Zertrampelt und verdreckt: Naturschutzgebiet in Ergste ist gefährdet

In Sorge um das Naturschutzgebiet In der Lake (v.l.): Hermann Knüver, Hans-Georg Rehage, Rainer Goeken, Jan-Dirk Brass, Axel Lohmann und Falko Prünte. (Foto: NO)

Ergste. (Red.) Zertrampelte Blumen und Pflanzen, ausgetretene Pfade, Hundedreck überall. So sieht es im und am Naturschutzgebiet In der Lake in Schwerte-Ergste aus. Zerstört wird es von Menschen, die Erholung ohne Rücksicht auf die hier besonders schützenswerte Natur suchen. Landwirte und Umweltschützer schlagen deshalb Alarm.
Zu einem Ortstermin trafen sich vor diesem Hintergrund Jan-Dirk Brass, Rainer Goeken und Axel Lohmann als Vertreter der Landwirte sowie Hermann Knüver von der Unteren Naturschutzbehörde im Kreis Unna, Falko Prünte von der Biologischen Station Bergkamen und der Kommunalpolitiker Hans-Georg Rehage. Der gemeinsame Appell: Nutzen Sie nur die Wirtschaftswege, bleiben Sie weg von landwirtschaftlichen Flächen, leinen Sie die Hunde an!

Bitte haben Sie Verständnis

Ohne gegenseitiges Verständnis geht es nicht „Viele Menschen möchten sich im Freien bewegen und auch ihrem Vierbeiner möglichst viel Auslauf gönnen“, hat Hermann Knüwer von der unteren Naturschutzbehörde Verständnis für den Drang ins Grüne. Er weiß aber auch, dass es ohne gegenseitiges Verständnis auf Dauer nicht geht.
„Wir Landwirte haben mit viel Mühe Blühstreifen angelegt, um Insekten eine Heimat zu geben und die Artenvielfalt zu sichern und zu fördern“, erklärt Rainer Goeken. All‘ diese Mühen verpufften, wenn die Pflanzstreifen zu Wegen umfunktioniert würden, obwohl klar erkennbar sei, dass es da nicht lang gehe.

Landwirte müssen für Schaden zahlen

Nicht nur das: „Die angelegten Streifen unterliegen scharfen Kontrollen und die Landwirte müssen mit erheblichen Strafen rechnen, obwohl sie für die Schäden nicht verantwortlich sind“, erläutert Rainer Goeken. Er spricht auch für andere Landwirte, wenn er sagt: „Unter solchen Umständen legen wir keine Blühstreifen mehr an.“
Das Zertrampeln von unter Schutz stehenden Bereichen ist nur ein Problem im Ergster Naturschutzgebiet. Das andere sind Hundehalter und ihre Vierbeiner, denn sie laufen im wahrsten Sinn des Wortes quer Bett. „Dabei sind im Umfeld des Naturschutzgebietes In der Lake ausreichend Wirtschaftswege vorhanden“, haben Landwirte und Umweltschützer kein Verständnis für jede Regel ignorierende Hundehalter.

Vögel kommen nicht mehr

Das Naturschutzgebiet In der Lake wurde bereits vor 20 Jahren ausgewiesen. Seitdem ist es verboten, Flächen abseits ausgewiesener Straßen und Wege zu betreten. Dennoch: Die gesamte Südseite des Naturschutzgebietes ist inzwischen mit Trampelpfaden durchzogen. „Dass hier kein Wiesenpieper mehr brüten kann, ist offensichtlich“, klagt Falko Prünte von der Biologischen Station. Auch andere Vögel legen im Naturschutzgebiet In der Lake in Ergste keinen Zwischenstopp mehr ein – zu viel Unruhe.
Prünte hofft mit seinen Mitstreitern vom Kreis und aus der Landwirtschaft auf die Einsicht der im Ergster Ruhrtal Erholung suchenden Menschen. „Ein bisschen Rücksicht ist ein Gewinn für die Natur und damit für uns alle“, unterstreicht Knüwer.