Zu Besuch aus Südafrika: Schwerte-Fan Caro

Caro und Gast-Oma Doris im Elsebad
Zu Besuch aus Südafrika: Die 19-jährige Caro ist ein echter Schwerte-Fan. Sie begleitete ihre Gast-Oma Doris sogar beim Frühschwimmen im Elsebad. (Foto: Claudia Eckhoff)

Schwerte. Sie kann es kaum glauben, dass sie tatsächlich wieder hier ist. Dass sie es geschafft hat, genug Geld zusammen zu jobben, um noch einmal um den halben Erdball zu fliegen, um an die Ruhr kommen zu können.

„Schwerte ist einfach meine Lieblingsstadt. Es ist wunderschön hier. Ich bin begeistert von der Altstadt – und auch vom Einkaufsviertel mit den vielen so verschiedenen Geschäften“, sagt die junge Südafrikanerin Caro Bouwer, die in einer Kleinstadt etwa zwei Autostunden südlich von Johannesburg lebt. Die 19-Jährige ist mit der Schule „durch“ und plant ihre Zukunft. Sie möchte in Deutschland studieren. Vor zwei Jahren war sie als Austauschschülerin mit der Agentur FSA schon einmal hier.

Jetzt arbeitet sie hart an ihren Deutschkenntnissen, die sie vorweisen muss, um sich an einer deutschen Uni einschreiben zu können. Sie besucht einen Sprachkurs am Goethe-I­nstitut, büffelt Vokabeln und schwitzt über der schweren hiesigen Grammatik.

Im Elsebad

Aber zwischendurch nimmt sie sich auch Zeit, um die Gegend zu erkunden. „Meine Gast-Oma Doris ist Frühschwimmerin im Elsebad. Zwei Mal konnte ich sie noch begleiten vor dem Saisonende. Es ist wunderbar, fast meditativ sogar für mich, die ich eine schlechte Schwimmerin bin“, schwärmt sie. „Am Sonntag war ich beim Hundeschwimmen. Das glaubt mir zuhause in Südafrika kein Mensch. Das hat mir so gut gefallen. Ich habe sicher hundert Fotos gemacht.“

Fasziniert ließ sich Caro an diesem Tag auch in die Geheimnisse des mittelalterlichen „Aergste“-Dorfes einweisen und machte die Bekanntschaft von zwei edlen, jungen Rittern. „Sagenhaft“, bedankte sich die junge Frau. „Ihr habt hier so viel Geschichte und wisst so viel über die Vergangenheit.“

Rohrmeisterei und Amsel

Caro auf dem Marktplatz in Schwerte
Zwei Jahre lang hat sie davon geträumt, noch einmal in ihr geliebtes Schwerte zu kommen. Jetzt hat es die Südafrikanerin Caro tatsächlich geschafft. (Foto: C. Eckhoff)

Vom Elsebad ging es zur Rohrmeisterei und zur Skateranlage. Caro bewunderte die Bodenplatten der Hochzeitspaare hinter der Rohrmeisterei. „Tolle Sache“, lobte sie. „Aber andererseits: Was machen die, wenn die Ehe doch nicht hält?“
Stippvisite in der Kleingartenanlage „Amsel“: „Das ist richtig zauberhaft!“, rief Caro angesichts der gepflegten Gärten und der bunten Häuschen. „So etwas gibt es bei uns in Südafrika gar nicht.“

Durch die Altstadt

An der Mühle blieb die junge Frau lange stehen und versuchte, die Spruchbänder zu enträtseln: Des Bauern Schweiß. Des Müllers Fleiß. Sie genoss ihren Weg entlang der Gassen und der Schwerter Fachwerk-Prachtstücke, die sie schon vor zwei Jahren so beeindruckt hatten. Kurz saß sie auf dem Brunnenrand vor dem alten Rathaus und der Sankt-Viktor-Kirche, die wie bestellt ihre Glocken schlagen ließ.

Beim Eis am Marktplatz fragte sich Caro, ob man von Schwerte gut zur Uni in Bochum kommt. Wer weiß, vielleicht kommt sie noch einmal wieder und bleibt ein paar Jahre. Oder sogar noch länger?