Ein Krimi zum Auftakt: Kangaroos besiegen Eagles mit 96:92

Iserlohn Kangaroos gegen Itzehoe Eagles
Gabriel De Oliveira gehörte zu den herausragenden Akteuren der Kangaroos. Seine Spezialität: krachende Dunks. (Foto: Daniela Fett)

Iserlohn. Sie lieben die Dramatik. Nach verschlafener erster Halbzeit drehten die Iserlohn Kangaroos noch einmal auf, strapazierten Nerven und Stimmbänder ihrer Fans bis zum Zerreißen – und gewannen das erste Spiel der Saison in der zweiten Basketball-Bundesliga ProB mit 96:92. Gegner waren keine Geringeren als die Itzehoe Eagles.

Dabei begann alles nach Maß: Nach sechs schnellen Punkten vom überragenden Gabriel de Oliveira (6:0, 2.) schienen die Weichen auf Sieg gestellt zu sein. doch dann riss der Faden. Die Iserlohner Korbjäger waren immer einen Schritt zu spät. In der Verteidigung mangelte es an Leidenschaft, in der Offensive fehlte sogar das Wurfglück. Die Gäste aus Itzehoe bestraften, angeführt von Center-Routinier Stefan Schmidt, die Nachlässigkeiten der Kangaroos im Gegenzug konsequent.

Die Eagles gaben den Ton an

Mit einem 14:2-Lauf drehten die Gäste das Spiel zu ihren Gunsten. Und hielten das Heft des Handelns fortan in ihren Händen, setzten sich auf neun Punkte ab (24:15, 19.). Und auch im zweiten Viertel änderte sich an diesem Bild nichts. Die Kangaroos liefen hinterher, bemühten sich – und hatten die spektakulären Momente auf ihrer Seite. Drei krachende Dunks von Gabriel de Oliveira (2) und Lamar Mallory rissen die Fans in der Matthias-Grothe-Halle aus ihrer Schockstarre. Auf dem Scoreboard blieben es jedoch die Eagles, die den Ton angaben. Mit einem Defizit von 14 Zählern ging es für die Kan­garoos in die Halbzeitpause. Und da wurde es laut.

Headcoach Dragan Torbica war nicht einverstanden mit der Vorstellung seiner Schützlinge. Die Ansprache von Torbica in der Kabine hat offensichtlich gefruchtet. Denn Coach und Fans sahen nach dem Seitenwechsel ein ganz anderes Kangaroos-Team.
Punkt um Punkt holten die Iserlohner auf – Itzehoe hatte Mühe, den Drang der Gastgeber zu unterbinden. Und so war der Vorsprung der Gäste vor dem vierten Viertel auf einen Zähler zusammengeschmolzen (72:73, 30.).

Energieleistung riss Publikum mit

Jetzt war die Kulisse in der Matthias-Grothe-Halle da. Und das Team agierte fokussiert. Joshua Dahmen sorgte per Dreier für die erste Führung der Kangaroos seit dem ersten Viertel (75:73, 31.), im Gegenzug brachte Flavio Stückemann die Gäste ebenfalls per Dreier wieder in Front. Kristof Schwarz und der in der zweiten Halbzeit bärenstarke Nikita Khartchenkov holten ein kleines Sechs-Punkte-Polster heraus (82:76, 33.).

Doch die Eagles blieben auf Tuchfühlung. Auch dann, als Ruben Dahmen 1:03 Minuten vor dem Ende einen Dreier zum 93:86 verwandelte. Eigentlich, so dachten es alle in der Matthias-Grothe-Halle, war das der entscheidende Wurf. Zwölf Sekunden vor Schluss kamen die Gäste durch ein Vier-Punkt-Spiel von Anthony McDonald jedoch nochmal auf drei Zähler heran. Doch die Kangaroos behielten die Nerven. Mit einem verwandelten Freiwurf machte Khartchenkov den Auftaktsieg dingfest.

Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen

„Wir haben zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Mit dem ersten Durchgang können wir nicht zufrieden sein, der zweite hat für Einiges entschädigt“, sagte Torbica nach dem Spiel. Und Kangaroos-Geschäftsführer Michael Dahmen ergänzte: „Wehret den Anfängen. Über die erste Halbzeit werden wir noch sprechen müssen. Aber: Am Ende steht der Sieg, das ist die Hauptsache. Das Spiel hat jedoch gezeigt, dass unsere Entwicklung, trotz vieler guter Ansätze, noch lange nicht abgeschlossen ist.“
Team und Punkte: Lamar Mallory (22), Viktor Ziring, Gabriel de Oliveira (25 Punkte, 8 Rebounds), Kristof Schwarz (3/1 Dreier), Malte Schwarz (5/1), Joshua Dahmen (6/2), Henri Vaihinger (nicht im Einsatz), Nikita Khartchenkov (24/5), Jonas Buss (2), Ruben Dahmen (9/2), Erik Krumme.

Tickets für Spiel gegen Rist online

Am Samstag, 6. Oktober (19.30 Uhr), kehren die Iserlohn Kangaroos in die Matthias-Grothe-Halle zurück. Zu Gast ist am 3. Spieltag der SC Rist Wedel. Tickets für das Spiel gibt es bereits online. Zuvor geht es am kommenden Wochenende (Samstag, 29. September, 19.30 Uhr) zum Derby bei den EN Baskets Schwelm.