Eintracht empfängt Spitzenteam aus Essen zum „Ruhr-Derby“

Daheim haben die Grün-Gelben bisher für einige Überraschungen sorgen können, gelingt gegen Tusem vielleicht die nächste? (Foto: Jean-Michel Lannier)

Hagen. Fünf Tage Zeit haben die Handballer des VfL Eintracht Hagen, die bittere 28:31-Niederlage gegen den TV Emsdetten abzuschütteln und sich auf den nächsten Heimauftritt zu konzentrieren. In der heimischen Arena am Ischeland empfängt das Team von Cheftrainer Niels Pfannenschmidt Tusem Essen zum „Ruhr-Derby“. Die Essener sind derzeit auf Platz zwei der Tabelle zu finden, sogar punktgleich mit dem Ligaprimus aus Coburg. Beide Teams haben 17:5 Punkte auf dem Konto, lediglich das Torverhältnis trennt die beiden Spitzenreiter. Damit fällt den Ruhr-Gästen beim Spiel in der Volmestadt eindeutig die Favoritenrolle zu.
Die Gastgeber liegen nach der Niederlage auf Rang 14. Magere zwei Pünktchen trennen den VfL von der Abstiegszone. „Wir sind für einen Sieg nicht in Frage gekommen und haben verdient verloren“, so lautet das Fazit von Pfannenschmidt nach der 28:31-Pleite gegen den TV Emsdetten, die insgesamt schon die sechste Niederlage für die Hagener in dieser Saison war.

Zu wenig Ruhe im Angriff

Eine Schwachstelle im Offensivspiel seiner Mannschaft offenbarte sich für Pfannenschmidt gegen Emsdetten: „Wir haben in der ersten Halbzeit in der zweiten Welle oftmals zu hektisch und vielleicht auch zu mutig agiert und haben zu schnell den Abschluss gesucht.“
Die Konsequenz daraus müsste ein ruhigerer Spielaufbau gegen Essen sein. Denn: Auffällig ist, dass zu schnell eine Serie von Gegentreffern den Grün-Gelben den Wind aus den Segeln genommen hat. Mit viel Willenskraft und Mut versuchte die Pfannenschmidt-Sieben die fehlende Ruhe auszugleichen, doch das klappte nur bedingt. Dafür hatte der Coach auch ein Stück weit Verständnis: „Irgendwann schafft man es dann einfach nicht mehr, zurück zu kommen. Kämpferisch kann man der Mannschaft auf jeden Fall keinen Vorwurf machen.“
Kampf wird daher auch die Basis sein, auf dessen Grundlage man sich dem stärksten Auswärtsteam der Liga entgegenstellt. Die Essener wurden in fremder Halle erst einmal bezwungen und fuhren schon vier Siege ein. Dem entgegen steht die ausgeglichene Bilanz von drei Siegen und drei Siegen der Hagener in der Krollmann-Arena.

Essener Aufholjagd nur bedingt belohnt

Die Essener spielten zuletzt 24:24 gegen den TV Hüttenberg. Dabei kassierte Tusem quasi mit der Schlusssekunde per Siebenmeter den Ausgleichstreffer, nachdem die Essener eine furiose Aufholjagd gestartet hatten. Deshalb sagte Tusem-Trainer Jaron Siewert: „Wenn man den Spielverlauf sieht, dann ist ein Unentschieden schon ein gerechtes Ergebnis. Wir wollten einen Heimsieg, aber verschiedenste Faktoren haben das verhindert. Hüttenberg hat eine gute Abwehr gestellt und wir haben zu viele Fehler gemacht. Zum Schluss war es nochmal ein Wechselbad der Gefühle, aber das Gute war, dass wir uns nicht aufgegeben haben zu kämpfen. Trotzdem wäre es schöner gewesen, wenn wir schon den Turn-Around am Ende geschafft haben, den Sieg zu holen. Aber am Ende stehen wir lieber mit einem Punkt da, als mit keinem.“

Sicherer Siebenmeter-Schütze

Bester Werfer der Gäste ist Linksaußen Tom Skroblien. Der 25-Jährige erzielte bisher 64 Treffer, 22 davon per Siebenmeter.
Auf Hagener Seite ist Jan-Lars Gaubatz der treffsicherste Akteur. Er erzielte 52 Tore in elf Begegnungen, allerdings nur zwei per Siebenmeter. Der Rückraumschütze ist brandgefährlich, muss sich aber wie sein Positionskollegen in der kommenden Partie noch steigern. „denn wir haben im gesamten Spiel gegen Emsdetten nicht ein einziges Mal geführt“, analysierte Pfannenschmidt nach der Emsdetten-Niederlage und spricht damit die deutlich erkennbaren Probleme im Rückraum an.
Starker

Tusem-Angriff

Gegen Essen wird es aber vor allem auf das Torhüterduo Dresrüsse und Mahncke ankommen. Denn die Gäste sind das torgefährlichste Team der Liga. Bereits 337 Mal ist es hinter den gegnerischen Torhütern eingeschlagen.
Allerdings ist Tusem selbst auch nicht immer defensiv sattelfest. 310 Gegentreffer sind ein einsamer Spitzenwert in den Top Ten der zweiten Liga. Die Nerven der Anhänger des Ruhrpottklubs sind auf jeden Fall schon ausgiebig getestet worden. Gleich fünf Begegnungen wurden nur mit einem Tor Unterschied beendet.