Eintracht siegt im Kellerderby

2. Handball-Bundesliga: HC Rhein Vikings – VfL Eintracht Hagen 25:26 (12:13)

Einen eminent wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt landeten die Handballer des VfL Eintracht Hagen in der 2. Bundesliga gegen den direkten Rivalen und Nachbarn HC Rhein Vikings. Die Mannschaft von Cheftrainer Niels Pfannenschmidt spielte über weite Phasen offensiv wie defensiv aus einem Guss und überstand auch eine kleine Schwächephase in den Schlussminuten – und sicherte sich so den Sieg. „Hier zählen vor allem die zwei Punkte, auch wenn es sicherlich ein verdienter Sieg war“, bilanzierte der Ostwestfale.

In der Auftaktphase gaben die Hausherren den Ton an, aber die Grün-Gelben ließen sich nicht abschütteln. Beim 5:5 vom starken Daniel Mestrum (12.) glichen die Gäste wieder aus, mussten aber zwei Treffer in Serie hinnehmen. Beim 9:6 vom besten Vikings-Torschützen Alexander Oelze legten die Düsseldorfer erstmals drei Treffer vor, doch auch dies brachte den VfL nicht aus der Spur. Im Gegenteil, bis zum 10:10 war das Spiel wieder ausgeglichen, bis zur Pause erkämpfte sich die Eintracht einen Vorsprung von einem Treffer.

„Nach dem Seitenwechsel haben wir dann von der 31. bis 50. Minute eine herausragende Abwehr gezeigt“, analysierte Pfannenschmidt mit Blick darauf, wie das Pendel deutlich zugunsten seiner Farben ausschlug. Nach dem 21:18 für die Hagener folgte eine „wilde“ Phase, in der die Gastgeber zwei Zeitstrafen in kurzen Abständen kassierten, diesen Vorteil aber nicht vorentscheidend nutzten. Beim 25:20 von Mestrum gegen eine immer offensiver agierende Abwehr der Vikings sah die Pfannenschmidt-Sieben schon wie der sichere Sieger aus, agierte in der Folge aber „zu zaghaft“, wie der erneut bärenstarke Spielmacher Sören Kress befand.

Es kam, wie es kommen musste, die Vikings verkürzten Tor um Tor und hatten am Ende die Chance zum Sieg, vergaben diese aber, da sie keinen guten Abschluss mehr hinbekamen. „Im Endeffekt zählt nur der Sieg, auch wenn wir eher den Sack zumachen müssen“, bilanzierte ein hochzufriedener Kress, der aber auch kritisch anmerkte, dass „uns das natürlich nicht passieren darf, dass wir das Spiel noch einmal so aus der Hand geben.“ Lobend erwähnte Kress die Vorbereitung Pfannenschmidts: „Wir waren auf die 5:1- und 4:2-Variante sehr intensiv vorbereitet, das hat uns sehr geholfen.“

Kreisläufer Tilman Pröhl, der wieder einmal in der Defensive der Turm in der Schlacht war, und auch offensiv Akzente setzte, freute sich über die erneut verbesserte Abwehrleistung – nicht ohne auch ein Haar in der Suppe zu finden: „Wir stellen zwar eine gute Abwehr, sind aber trotzdem mit einigen Situationen nicht zufrieden, in denen wir viel richtig machen, dann aber doch ein Tor kassieren. Da müssen wir aggressiver zu Werke gehen, körperlicher spielen.“ Mit Blick auf die Ergebnisse der Konkurrenz merkte er an: „Es war nicht immer schön, aber am Ende zählen nur die zwei Punkte – und es war sicherlich ein gutes Wochenende für uns.“

 

Niels Pfannenschmidt: „Wir haben uns das Leben selbst etwas schwer gemacht, hatten auf beinahe jede Aufgabe, die uns die Vikings gestellt haben, eine Antwort. Die letzten zehn Minuten ärgern mich natürlich etwas, da waren wir zu nachlässig und haben die Vikings zurück ins Spiel geholt. Aber die Freude über den Erfolg überwiegt natürlich.“


VfL: Mahncke, Jerkovic; Kress (4), Tubic, Pröhl (2), Renninger (2), Konitz (5), Saborowski, Waldhof, Bornemann, Mestrum (7), von Boenigk (6).

HCRV: Moldrup, Bozic; Aust (1), Thomas, Weis (5), Johnen (2), Coric, Pankofer (1), Handschke (3), Artmann (1), Bahn (3), Oelze (9/3).