Iserlohn Kangaroos wollen nicht am grünen Tisch aufsteigen

Solche Szenen erleben die Iserlohner Basketball-Fans am liebsten. Hier wird gerade der Erfolg gegen das Farmteam von Bayern München Basketball gefeiert.(Foto: Daniela Fett)

Iserlohn. (Red./as) Die Iserlohn Kangaroos und ihre wachsende Fangemeinde träumen von einem Aufstieg in die zweite Basketball-Bundesliga/ProA. Ein Aufstieg, der mit sportlichen Mitteln erreicht werden soll. Deshalb ergreifen die heimischen ProB-Basketball-Verantwortliche nicht den sprichwörtlichen Strohhalm, um als knapp gescheiterter Halbfinalist der Playoffs in die höhere Liga aufzurücken, nur weil die Baskets aus Elchingen als ProB-Meister auf einen Aufstieg verzichten. Auch die Rheinstars aus Köln verzichten auf ihren Startplatz in der ProA, sodass in der zweithöchsten deutschen Basketball-Liga nun ein weiterer Platz vakant ist.

Antrag für ProA zurückgezogen

Die Kangaroos hatten zwar während der Playoffs die Lizenzen für ProB und ProA beantragt. Doch nach dem Ausscheiden im Halbfinale zog man den Antrag für die ProA zurück. Nicht am grünen Tisch, sondern sportlich will man überzeugen. Also: Kein Nachrücken, kein plötzlicher, vielleicht überstürzter Aufbruch in die zweithöchste Basketball-Liga. Die Kangaroos setzen eher auf solides Wachstum. Denn die Auflagen für die Lizenzen werden ohnehin von Jahr zu Jahr härter. Die Ligen setzen auf zunehmende Professionalität der einzelnen Clubs.

Deshalb haben viele Vereine, darunter auch die Iserlohn Kangaroos selbst die Lizenz für die ProB-Saison 2018/2019 mit Auflagen erhalten. Die Fans der Kangaroos müssen sich aber keine Sorgen machen. „Dabei“, sagt Manager Michael Dahmen, „handelt es sich lediglich um eine formale Kleinigkeit. Das werden wir bis nächste Woche erledigt haben.“

Die Knappen wollen es wissen

Trotzdem gibt es bezüglich der Ligen-Zusammensetzung noch viele offene Fragen. Zunächst zeigt Dahmen sich vom Sinneswandel der Basketballer des FC Schalke etwas überrascht. Die Knappen wollen es offensichtlich wissen. Sie nahmen nämlich als Playoff-Halbfinalist nun anstelle von Elchingen das Aufstiegsrecht in die ProA wahr.

Für die Kangaroos bedeutet es ein Derby weniger in der kommenden Saison, denn Michael Dahmen geht fest von einem Wechsel der Iserlohner in die Nord-Gruppe aus. „Ich bin mir zu 99 Prozent sicher“, sagt Iserlohns Manager. Er hat keine Einwände gegen eine Umgruppierung. „Ich spiele lieber im Norden, weil es im Süden viele Farmteams gibt. Die sind immer relativ schwer einzuschätzen. Für uns wäre die neue Konstellation sportlich interessanter.“

Artland Dragons in die ProA?

Die Frage ist nun auch, wer den weiteren offenen ProA-Platz durch den Rückzug der Rheinstars Köln einnimmt. Die Domstädter gehen künftig in der ProB an den Start und wollen die Strukturen in der Nachwuchsarbeit sowie die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Profi-Mannschaft stärken, beziehungsweise weiter ausbauen. Die Austragung der Spiele in der Lanxess-Arena habe in den vergangenen Jahren den Etat der Kölner unverhältnismäßig belastet. Aus Sicht von Dahmen sind mehrere Optionen denkbar, möglicherweise werden die in den Playoffs an Iserlohn gescheiterten Artland Dragons einen Antrag stellen.

Derweil arbeiten die Iserlohner auf Hochtouren an der Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison. Neben den Verhandlungen mit den „alten“ Akteuren stehe man auch im ständigen Kontakt mit potenziellen Neuzugängen, darunter sowohl deutsche als auch ausländische Spieler. „Wir sind in guten Gesprächen, einige werden in diesem Monat abgeschlossen“, kündigt Dahmen zeitnahe an.