Nach Aufstieg der zweiten Mannschaft: Iserlohn Kangaroos bleiben hungrig – Trainer und Manager im Interview

Iserlohn. Nach nur einer Saison mit ihrem neuen Trainer Dennis Shirvan ist die zweite Mannschaft der Iserlohn Kangaroos als bester Oberliga-Tabellenzweiter in die 2. Basketball-Regionalliga aufgestiegen. Die gesunde Mischung aus jungen, talentierten Spielern und erfahrenen Basketballern hat dafür gesorgt, dass das Iserlohner Farmteam überaus erfolgreich war. Doch nach dem Aufstieg ist vor der Saison. Wie soll es weitergehen? In einem Interview nehmen Erfolgscoach Dennis Shirvan und Manager Michael Dahmen Stellung.


Wochenkurier: Was bedeutet der Aufstieg für euch?
Dennis Shirvan: Es macht mich persönlich sehr stolz, da eigentlich niemand damit gerechnet hat. Ein Aufstieg war ja erst in den nächsten Jahren geplant. Die letzten Wochen waren für mich persönlich aufregend, da es nicht zu 100 Prozent klar war, ob wir den Startplatz erhalten. Als ich dann die Nachricht gelesen habe, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen.
Michael Dahmen: Ich bin sehr froh über diesen Aufstieg, denn es war unser Ziel, die 2. Mannschaft mittelfristig in der 2. Regionalliga zu haben. Wir wollten ein Team, in dem sich die talentierten Spieler auf einem guten Niveau weiterentwickeln können und die erfahrenen Spieler ebenfalls wohl fühlen.

Warum ist der Aufstieg so bedeutend?
DS: Weil es nichts Besseres für mich gibt, als mit diesem Team und diesem Verein solch einen Erfolg zu haben. Ich hatte als Spieler meine beste Zeit in Iserlohn und nun habe ich als Coach mit Iserlohn meinen ersten großen Erfolg gefeiert! Was kann es Geileres geben?!
MD: Weil es im ersten Jahr mit Dennis als neuem Trainer so überraschend kam und weil die Jungs richtig Spaß hatten, das zu sehen, war geil! Und weil es geile Momente gab, z.B. als der haushohe Favorit Hamm in seiner eigenen Halle mit einem Buzzerbeater von Youngster Henri Vaihinger – unter den Augen des gesamten 2.-Liga-Teams – bezwungen wurde.

Was bedeutet der Aufstieg für dich persönlich?
DS: Für mich persönlich bedeutet es sehr viel. Ich habe mich immer in Iserlohn sehr wohl gefühlt und habe die Zeit hier sehr vermisst. Nun kann ich wieder ein Teil der Kangaroos sein.
MD: Ich fand die Konstellation mit den jungen Perspektivspielern wie z.B. Viktor Ziring, Erik Krumme, Henri Vaihinger und Lukas Bayerle sowie „meinen älteren“ Jungs wie Olaf Rosteck und Arne Bencker gelungen und als Basketball-Romantiker gefällt mir diese Zusammensetzung sehr.

Was bedeutet der Aufstieg für das Team?
DS: Ich denke, dass der Aufstieg für viele Spieler sehr wichtig ist. Gerade für die jüngeren Perspektivspieler ist es ein wichtiger Schritt, um sich weiterzuentwickeln. Sie können sich auf einem sehr gutem Niveau beweisen und mit guten Leistungen für das ProB Team empfehlen.
MD: Es ist wichtig mitzuerleben, dass man mit seinem Team und entsprechend fokussierter Arbeit sein Ziel erreichen kann. Hinzu kommt, dass jeder Aufstieg einen besonderen Platz in deinem Sportlergedächtnis behalten wird und daher in deiner Sportkarriere immer ein Meilenstein sein wird.

Was bedeutet der Aufstieg für den Verein?
DS: Ich denke, dass der Aufstieg ein sehr wichtiges Puzzelteil für den gesamten Verein ist. Der Verein erhält mehr Attraktivität für jüngere talentierte Perspektivspieler, da sie nun Spielpraxis auf einem guten Level erhalten.
MD: Da gebe ich Dennis zu 100 Prozent Recht, denn im Recruiting von jungen talentierten Spielern ist ein Team in der 2. Regio weitaus attraktiver als ein Oberligateam. Besonders für die Spieler, die die Anbindung an das 2.-Liga-Team haben und z.B. aus Altersgründen nicht mehr in der NBBL spielen können, sind zusätzliche Spielminuten auf gutem Niveau überaus wichtig. Aber auch für die Spieler in unserem Verein, die nicht zum 2.-Liga-Team gehören, aber dennoch sehr guten Basketball spielen. ist das Team nun in der 2. Regio ein großer Ansporn.

Wie sehen eure Planungen für die kommende Saison aus?
DS: Nun werden Milos Stankowic (Jugendkoordinator) und ich viel sprechen und beraten, damit wir eine starke Truppe für die 2. Regionalliga haben werden. Das Grundgerüst steht schon und jetzt fehlt noch der Feinschliff.
MD: Ich kann nun bei den Gesprächen mit interessanten Nachwuchsspielern für das ProB-Team Spielzeiten in einer Regionalligamannschaft anbieten. Selbstverständlich werde ich diese Details mit Dennis und Milos absprechen, damit wir ein möglichst homogenes Team für die sicherlich anstrengende neue Saison aufbieten können.

Was sind eure langfristigen Ziele? Wie sehen eure kurzfristigen Ziele für das Team aus?
DS: Ich möchte mit der 2. Mannschaft eine gute erste Saison in der 2. Regionalliga spielen. Die jungen Spieler sollen sich weiterentwickeln und den nächsten Schritt Richtung ProB Team machen. Mein Ziel für das Team ist es, junge Spieler zu verbessern und ihnen das nötige Selbstvertrauen zu geben. Mein persönliches Ziel ist es, mich als Coach weiter zu verbessern.
MD: Wichtig wird sein, sich schnellstmöglich an das gestiegene Niveau zu gewöhnen und sich zunächst in der neuen Klasse zu etablieren.

Wie ist die Vision für die nächsten drei bis fünf Jahre?
DS: Ich würde die erste Mannschaft gerne in der ProA sehen, die zweite in der 1. Regionalliga und Iserlohn mit einer eigenen JBBL-Mannschaft. Ich denke, wenn der Verein weiter so eine gute Arbeit leistet, werden die Kangaroos die Talentschmiede in der Region. Wir sind auf einem guten Weg.
MD: Meine Vision ist, innerhalb der nächsten drei Jahre in die ProA aufzusteigen und folgerichtig wäre dann auch ein weiterer Aufstieg der 2.Mannschaft.

Welche Veränderungen kommen auf euch / auf den Verein zu?
DS: Wir sollten uns nicht ausruhen. Jetzt geht es erst los. Wir müssen weiter daran arbeiten, die Kids für den Sport zu begeistern. Die Intensität für die 2. Mannschaft im Training wird sich steigern und wir müssen akribisch an Feinheiten arbeiten. Die Entwicklung der Mannschaft muss weitergehen.
MD: Wir müssen die Herausforderung der neuen Liga selbstbewusst, aber auch mit Demut angehen und die gesetzten Ziele ernsthaft verfolgen. Hinzu kommt, dass wir noch viele infrastrukturelle Maßnahmen auf den Weg bringen müssen und wir benötigen weitere Menschen wie Dennis, die mit Feuereifer bei der Sache sind.

Müssen die Strukturen im Verein geändert werden?
DS: Mein Wunsch wäre, es zu schaffen ProB und den Unterbau noch weiter zusammenzubringen. Es sollte der ein oder andere Sponsor für den Amateurbereich begeistert werden. Ich fände es gut, wenn der Verein einheitlich auftreten würde. Dies fängt schon mit den Trikots an. Es würde einen positiven Effekt für das Gemeinschaftsgefühl geben. Ich finde, dass der Verein schon sehr professionell aufgestellt ist aber man kann immer ein paar Prozentpunkte mehr rausholen.
MD: Geändert werden nicht, aber weiter ausgebaut werden! Erfolge haben immer auch mit Wachstum zu tun, d.h. alle Verantwortlichen müssen gemeinsam dieselben Ziele verfolgen, so dass das Projekt „Basketball-Standort Iserlohn“ von Erfolg gekrönt ist. Durch einen eventuellen Aufstieg in die ProA würden wir schließlich zu den Top 34 Standorten in Deutschland gehören.

Sind die Kinder und Jugendlichen bei den Kangaroos gut aufgehoben?
DS: Gerade die Jüngeren aus der Kangaroos-Familie können von dem Aufstieg profitieren, da sie sich selbst ein Ziel setzen können. Jeder sollte sich das Ziel stecken, einmal in der 2. Mannschaft und dann eventuell auch in der ersten zu spielen. Das Niveau des Vereins nimmt an Qualität zu.
MD: Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Wachstum – vor allem der letzten Jahre – nicht nur ausschließlich auf die Erfolge des Zweitligateams, sondern viel mit dem Zuwachs in den ganz jungen Jahrgängen zu tun hat. Hier hat Zlata Dahmen neben unserem verstorbenen Matthias Grothe als „Motor“ hervorragende Arbeit geleistet und z.B. mit Kristin Pauli Menschen in den Verein gebracht, die mit ihrer Arbeit großen Anteil am Wachstum und Erfolg haben. Mit Milos Stankovic haben wir einen Jugendkoordinator, der nicht auf seine Stunden schaut, sondern mit großem Enthusiasmus unsere und seine Ziele nach vorne bringt. Wir sind hervorragend aufgestellt und haben sowohl leistungsmäßig, als auch im Breitensport eine tolle Basis für Jugendliche geschaffen. In unserem Programm werden die Kinder und Jugendlichen in Iserlohn gefördert und müssen nicht saisonweise den Verein wechseln.