Iserlohn. Die Iserlohn Roosters haben den nächsten, wichtigen Schritt in Sachen Saisonplanung unternommen: Mit Jason O‘Leary stellten Wolfgang Brück und Bernd Schutzeigel, Geschäftsführender Gesellschafter und Prokurist der Roosters, den neuen Headcoach für die Saison 2019/2020 vor. Der 40-jährige Kanadier war schon auf einer Stippvisite in Iserlohn und hat sich mit seinem künftigen Arbeitsplatz vertraut gemacht.

Es waren zwei Worte, die dem Roosters-Chef ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hatten. „German Skills“, also so etwas wie deutsche Tugenden, hatte irgendjemand auf irgendeiner Internet­seite im Lebenslauf von Jason O‘Leary notiert. „Das passt“, sagte sich Wolfgang Brück. Das Lächeln wollte nicht weichen. Nein, natürlich sind das nicht die Eigenschaften, auf die ein Eishockey-Club, der eine neue, vielleicht junge Mannschaft aufbauen möchte, ausschließlichen Wert legt. Aber wenn der Trainer, dem sie zugeschrieben werden, bereits gezeigt hat, dass er aus einer U19-Mannschaft ein Top-Team formen kann und voller Leidenschaft für seinen Sport und den Erfolg brennt, können deutsche Tugenden auch nicht schaden. „Wir haben einen Trainer gesucht, der jung, hungrig und erfolgsbewusst ist“, formuliert Bernd Schutzeigel. „Und wir haben ihn gefunden.“

Bei so viel Lob muss Jason O‘Leary zunächst einmal schlucken. „Ich bin nervös“, gesteht er. „Sehr aufgeregt, aber auch sehr stolz.“ Die Cheftrainerstelle bei den Iserlohn Roosters ist seine erste in der Deutschen Eishockey-Liga. Zuvor war der ehemalige Verteidiger im kanadischen Jugendbereich, in Österreich und mehrere Jahre in der Schweiz aktiv. In der zurückliegenden Saison formte er als Cheftrainer aus der Nachwuchsfördermannschaft des EV Zug in der Swiss League ein Top-Team.

Nun also Iserlohn: „Ich weiß, das hier alles anders als in der Schweiz ist. Härter, schwerer“, beschreibt er seinen Job. Aber mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Wir haben hier die besten Fans der Liga. Sie werden uns unterstützen.“ Er setzt auf Transparenz, ist kommunikativ. Er spricht Englisch, Französisch, Spanisch – und ein weiches Schwyzerdütsch.

Was er von den Spielern erwartet, mit denen er zusammenarbeitet? Leidenschaft. In sechs Worten beschreibt er seine Philosophie: „Very hard, very fast, very skill“. Was er von einer leidenschaftlichen jungen Mannschaft hält? „Wenn die anderen älter und erfahrener sind, sind wir vielleicht ein bisschen schneller.“

Auch wenn er sich einen Namen damit gemacht hat, junge Spieler weiter zu entwickeln. Jason O‘Leary ist alles andere als ein Jugendtrainer. „In meinen 21 Trainerjahren habe ich mit sehr vielen älteren und erfahrenen Profis gearbeitet“, sagt er.

Er selbst hat zwar von Kindesbeinen an in seiner kanadischen Heimat New Brunswick Eishockey gespielt, doch eine Profikarriere traute er sich nicht zu. Deshalb studierte er und arbeitete als Lehrer. Nebenher trieb er seine Trainerausbildung voran. Von diesem Werdegang ist Wolfgang Brück sehr beeindruckt.

Gemeinsam mit Christian Hommel, dem kommissarischen sportlichen Leiter der Iserlohn Roosters, wird Jason O‘Leary nun die Weichen der Roosters in eine erfolgreiche sportliche Zukunft stellen. Im Juli wird er sich in Iserlohn niederlassen. Allein. Seine geschiedene Frau und seine beiden Kinder kommen nicht mit an den Seilersee: „Aber ob ich zwei Stunden oder fünf Stunden entfernt bin, macht in Zeiten hervorragender verkehrstechnischer Anbindungen keinen so großen Unterschied.“