Tubic rettet der Eintracht einen Punkt

2. Handball-Bundesliga: HC Elbflorenz 2006 – VfL Eintracht Hagen 26:26 (14:10).

Mit einem Punktgewinn kehren die Handballer des VfL Eintracht Hagen von ihrem Gastspiel beim HC Elbflorenz Dresden zurück. Die grippegeschwächte Mannschaft von Cheftrainer Niels Pfannenschmidt lag kurz vor dem Ende noch mit drei Toren zurück, bewies aber Moral und Stehvermögen und ergatterte so noch einen Zähler. Dank des Remis’ weist die Bilanz nach zwei Spieltagen in der 2. Bundesliga 3:1 Punkte aus.

„Insgesamt können wir angesichts des Rückstands in der Schlussphase sicherlich von einem glücklichen Punktgewinn sprechen“, resümierte Pfannenschmidt nach dem Schlusspfiff. „So ist aber der Sport, so ist Handball. In der Saison hat man auch mal solche Spiele“, ergänzte der Ostwestfale, ehe er seine Farben lobte: „Ein großes Kompliment an die Mannschaft. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit reingekämpft, was gegen die heimstarken Dresdner nicht so einfach ist.“

In der Startphase kamen die Gastgeber immer wieder zu Ballgewinnen in der Defensive. Entweder verzeichnete die agile Abwehrreihe einen Ballgewinn, oder Mario Huhnstock wehrte ab. Der Torhüter entschied das Paraden-Duell gegen Tobias Mahncke in den ersten 30 Minuten mit 6:2 für sich. Die Folge: Eine schnelle 4:1-Führung (6.).

Danach kamen die Grün-Gelben besser ins Spiel. Dank Daniel Mestrum, der die ersten vier Tore seiner Farben erzielte, verkürzte der Gast auf 3:4 (9.) und 4:6 (13.). Nach dem 5:6 von Jan-Lars Gaubatz (18.) winkte der Ausgleich, doch wieder sorgten einige vermeidbare Fehler dafür, dass der HCE sich absetzte.

Mit der Hereinnahme von Zugang Tim Stefan, der bei seinem Debüt nach seiner Einwechslung schnell zwei Treffer markierte, kam etwas mehr Schwung in den Hagener Angriff. Dennoch lagen die Dresdener bis zum Pausentee mit vier Toren in Front.

Die zweite Halbzeit begann mit einem schnellen Tor von Andreas Bornemann und einer Parade von Nils Dresrüsse, der nun Mahncke ersetzte. „Das war für uns die Initialzündung. Nils hat einige spektakuläre Paraden gezeigt. So etwas braucht man auch, also Paraden und Ballgewinne in der Abwehr, um wieder in so ein Spiel zu finden“, bilanzierte Pfannenschmidt.

Im Anschluss folgte wieder ein technischer Fehler – doch diesmal patzten auch die Dresdener mehrfach in ihren ersten Angriffsbemühungen, so dass Tim Stefan der Anschlusstreffer zum 12:14 (35.) gelang. Dies zwang Christian Pöhler zu einer Auszeit.

Dieser Abstand hielt sich einige Minuten, ehe erneut Stefan der Anschlusstreffer zum 16:17 (41.) gelang. Eine Minute später gelang Gaubatz der erstmalige Ausgleich. Nach einer Zeitstrafe gegen Dominik Waldhof (43.) schafften es die Dresdener beim 19:17 erneut, sich auf zwei Tore abzusetzen (45.). Beim 20:20 von Tilman Pröhl (49.) glichen die Gäste zum zweiten Mal aus, kassierten dann aber drei Gegentreffer in Serie.

In der 57. Minute sah Abwehrchef Dominik Waldhof die Rote Karte – und Gabor Pulay verwandelte den folgenden Siebenmeter zum 25:22. Nur noch 84 Sekunden waren zu spielen, als Pöhler beim Stand von 26:24 für den HCE seine letzte Auszeit nahm. Diese nutzte indes Pfannenschmidt effektiver, stellte seine Abwehr auf eine 4:2-Formation um – mit Erfolg.

Nach einem Stürmerfoul verkürzte Dragan Tubic auf 25:26 (59.). Den letzten Angriff des HCE entschärften die Gäste erneut, hatten für ihre letzte Offensivaktion noch 16 Sekunden auf der Uhr. Pfannenschmidt nahm eine Auszeit und setzte alles auf eine Karte. Dresrüsse verließ seinen Kasten und für ihn kam der siebte Feldspieler. Und diese Maßnahme fruchtete: Drei Sekunden vor dem Ende gelang Tubic der viel umjubelte Treffer zum Ausgleich.

„Die Umstellung in der Defensive hat uns einige schnelle Ballgewinne beschert. Manchmal muss man auch mal verrückte Sachen machen, um zu Erfolgt zu kommen“, erklärte Pfannenschmidt mit einem Augenzwinkern.

Trotz der positiven Aspekte gab es für den Trainer auch ausreichend Punkte für Kritik. „Insgesamt bin ich mit unserem Spiel nicht zufrieden. In der ersten Halbzeit fehlte es uns an Entschlossenheit, wir waren zu zaghaft. Elbflorenz war immer einen Schritt schneller, spielte entschlossener“, analysierte Hagens Cheftrainer, dem das schwache Tempospiel und die mangelnde Effektivität in Überzahl-Situationen ebenfalls ein Dorn im Auge waren. „Das habe ich der Mannschaft schon gesagt – und daran werden wir arbeiten“, berichtete der 44-Jährige.

Abschließend zollte der Ostwestfale seiner Sieben aber nochmals Tribut. „Wir hatten wirklich extrem mit der Grippewelle zu kämpfen. Sören Kress und Dominik Waldhof waren stark angeschlagen, der Einsatz von Jan-Lars Gaubatz stand auf der Kippe. Deshalb muss ich praktisch ein Doppel-Kompliment aussprechen, speziell an ‚Gaubi’, der sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und ein gutes Spiel gemacht hat“, unterstrich Pfannenschmidt. Ein Extralob kassierten zudem Stefan, der fünf seiner sechs Würfe im gegnerischen Kasten unterbrachte, dazu etliche Assists und ein gutes Spielverständnis beisteuerte, und der gewohnt treffsichere Mestrum.


VfL: Mahncke (4 Paraden), Dresrüsse (7 Paraden); Kress (1), Tubic (2), Pröhl (4), Konitz, Bergner, Waldhof, Gaubatz (4), Bornemann (2), Mestrum (8/4), Stefan (5), Toromanovic.

HCE: Halfmann (1 Parade), Huhnstock (11 Paraden); Pulay (10/5), Jurgeleit, Emanuel (5), Dierberg (4), Gugisch (1), Buschmann, De Santis, Flödl (1), Kretschmer, Gress (1), Kammlodt (3), Becvar, Quade (1).