Iserlohn. Es ist vollbracht. Mit einem furiosen Heimspiel gegen die Baskets Juniors aus Oldenburg feierten die Iserlohn Kangaroos am Wochenende den zweiten Sieg in Folge – nach einer langen und schmerzlichen Niederlagen-Serie. Es war ein hart umkämpfter Erfolg, ein wahrer Basketball-Krimi.

Kein Wunder, dass nach dem Spiel ausführlich getanzt wurde. Nur ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Der Sieg war nicht hoch genug, um die Iserlohner Korbjäger auf den vierten Platz der zweiten Basketball-Bundesliga ProB zu katapultieren. Der vierte Platz hätte den Kangaroos in den Playoffs das Heimrecht garantiert. So aber starten sie am kommenden Wochenende mit einem Auswärtsspiel beim FC Bayern München Basketball 2 in die Aufstiegsrunde.

Doch die Verantwortlichen der Kangaroos sind überzeugt: Der zweite Sieg in Serie und wie er zustande kam wird den heimischen Korbjägern jede Menge Auftrieb für die Playoffs geben. Heimrecht hin oder her. Zu einem Heimspiel in der Matthias-Grothe-Halle kommt es schließlich auch noch. Es findet am Samstag, 9. März, um 19.30 Uhr statt.

Basketball-Krimi nimmt seinen Lauf

Doch zurück zum Spiel gegen die favorisierten Oldenburger: Ex-Kangaroo Marcel Keßen eröffnete den Punktereigen für die Gäste, für die Iserlohner erzielte Gabriel De Oliveira am Brett die ersten Zähler. Fortan verlief die Partie ausgeglichen, wenngleich die Gastgeber im ersten Viertel meist in Front lagen.

Absetzen konnte sich das Stankovic-Team jedoch nicht, da die in Bestbesetzung angetretenen Gäste immer die richtige Antwort fanden und durch Keßen den Ausgleich zum Viertelende erzielten (24:24). Komplett offen begann auch der zweite Abschnitt, doch die Oldenburger um Ex-Nationalspieler Philip Zwiener fanden immer wieder den Weg an die Freiwurflinie (36:42, 19.). Auf Iserlohner Seite war es nun Routinier Jozo Brkic, der das Heft in die Hand nahm und durch fünf Zähler in Serie wieder verkürzte (41:42). Der dritte Abschnitt startete gut für die Kangaroos mit einem Dahmen-Dreier, doch in der Folge blieb es ein Spiel auf absoluter Augenhöhe. Keine Mannschaft führte im dritten Abschnitt mit mehr als zwei Zählern.

Oldenburg mit gutem Endspurt

Den besseren Start ins Schlussviertel erwischten die Gäste, die durch Pruitts Dreier (62:67) starteten. Und auch in der Folge schien das Spiel Richtung der Norddeutschen zu driften, die durch zwei Dreier von Drijencic und Pruitt den Vorsprung an diesem Abend erstmals zweistellig machten (71:81, 36.).

Doch die Gastgeber hatten sich für diesen Abend einiges vorgenommen und schlugen vor großer Kulisse in der Matthias-Grothe-Halle zurück. Ruben Dahmen aus der Distanz und sein Bruder Joshua verkürzten binnen 40 Sekunden auf 76:81 und die Partie war wieder völlig offen. Zwar traf Zwiener zum 78:87, aber Khartchenkov konterte umgehend aus der Distanz und läutete eine unfassbar spannende Endphase ein. Keßen traf zum 83:89, doch Khartchenkov hatte nun Feuer gefangen und verkürzte erneut durch drei Punkte 34 Sekunden vor Schluss.

Doch nicht genug: Nach Zwieners Freiwurftreffer traf der Scharfschütze den dritten Dreier in Serie und brachte die Kangaroos wieder in Schlagdistanz (89:90). Zwiener ließ erneut einen Punkt an der Linie liegen, während sich Ruben Dahmen eiskalt zeigte und das Spiel beim 91:91 in die Verlängerung schickte.

„Großartige Kulisse“

Dass sich die Kangaroos nach dieser Aufholjagd den Sieg nicht mehr nehmen lassen wollten, zeigte sich an der Körpersprache, doch zunächst fielen die ersten Punkte auf beiden Seiten nur von der Freiwurflinie. Die Kangaroos trafen aber nicht nur von der Linie sicher, sondern bauten auch auf ihre Defensive und ließen in den fünf Extra-Minuten nur einen Feldkorb zu. Kristof Schwarz traf schließlich aus der Distanz zum 101:97-Endstand, der in der tobenden Matthias-Grothe-Halle aber schon nahezu unterging.

„Das war ein schönes Spiel vor großartiger Kulisse“, fasste Trainer Milos Stankovic zusammen und hob die Willensleistung seines Teams hervor: „Wir haben großen Charakter gezeigt, als wir eineinhalb Minuten vor Schluss mit acht hinten lagen.“ Obwohl die Kangaroos den direkten Vergleich und damit den Heimvorteil um zwei Punkte verpassten, überwogen der Jubel und vor allem die Zuversicht.

Die Playoffs starten für das Stankovic-Team nun am kommenden Wochenende bei der Zweitvertretung des FC Bayern München, die sich in der Schlusssekunde (!) beim 69:68-Sieg in Schwenningen den vierten Platz der Südstaffel sicherte. „Wir haben uns in den letzten Wochen sehr gut entwickelt und sind bereit“, versichert der Headcoach.

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