VfL Eintracht Hagen – Gegner Nordhorn träumt vom Aufstieg

Hagen. Die ersten Spiele des Jahres hatte sich VfL-Trainer Niels Pfannenschmidt wohl etwas anders vorgestellt. Gleich die erste Begegnung gegen einen direkten Tabellennachbarn aus Dresden ging verloren. Und auch die Partie gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke ging knapp mit 27:28 aus Sicht der Hagener daneben. Toller Auftritt, aber keine Punkte – resümierten die geschlagenen Grün-Gelben.

Überraschung: Konitz geht, Schmidt kommt

Allerdings überraschte der VfL vor der Partie mit einer unerwarteten personellen Veränderung. Anstatt des Rückraumlinken Bartosz Konitz lief Valentin Schmidt mit der Rückennummer 17 auf. Konitz wechselte noch am Freitag mit sofortiger Wirkung zum Ligakonkurrenten Wilhelmshavener HV. „Bartosz hat um seine frühzeitige Freigabe gebeten und wir haben seinem Wunsch entsprochen. Dies ging aber nur, weil wir mit Valentin Schmidt einen schnellen Ersatz gefunden haben, worüber wir uns sehr freuen“, erklärte Sportdirektor Michael Stock.

Im Spiel war der vorgezogene Neuzugang auch gleich ein Fixpunkt und konnte durch seinen Spielwitz einige Impulse setzen. „Valle hat einen guten Einstand gefeiert. Er gibt uns mit seinen spielerischen Fähigkeiten sehr viel. Im Zusammenspiel mit Sören Kress und Jan-Lars Gaubatz sah das schon ganz gut aus“, freute sich Pfannenschmidt über die neuen Impulse, die Schmidt setzte.

Zunächst ausgeglichen

Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Doch in der 26. Minute schaffte es der VfL sich durch einen Treffer von Dragan Tubic auf 13:9 abzusetzen. „Dann wurden wir kurz undiszipliniert, haben zu früh versucht den Kreisläufer anzuspielen oder sind am überragend haltenden Joel Birlehm im Lübbecker Tor gescheitert“, beschrieb der Ostwestfale die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit, die darin gipfelten, dass die Grün-Gelben mit der Halbzeitsirene durch einen Wurf von Marko Bagaric den 14:14-Ausgleichstreffer hinnehmen mussten.

Auf Messers Schneide

Der zweite Durchgang begann dann wenig vielversprechend, denn sowohl Dominik Waldhof als auch Schmidt wurden mit einer Zwei-Minuten-Strafe bedacht. „Im Vier gegen Sechs haben wir das dann aber ganz gut gemacht“, befand Pfannenschmidt. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein Spiel auf des Messers Schneide. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Durch Tore von Kress und Gaubatz schaffte die Eintracht in der 55. Spielminute die 25:24-Führung, doch die Gastgeber konterten und gingen ihrerseits mit 27:26 durch Dener Jaanimaa in Front. Eine Minute vor dem dem Ende der Partie glich Tilman Pröhl aus. Marian Orlowski war es dann, der für die Gastgeber das 28:27 erzielte.

„Ich denke ein Unentschieden wäre verdient gewesen. Die Mannschaft hat eine tolle Reaktion auf das Elbflorenz-Spiel gezeigt. Kaufen können wir uns davon aber nichts“, haderte Pfannenschmidt, der jedoch das Positive aus dem Spiel ziehen will: „Wir haben gezeigt, dass wir gegen jeden Gegner mithalten können. Das nächste Spiel gehen wir genauso an und wollen dann einen Heimsieg feiern.“

Nordhorn träumt vom Aufstieg

Am kommenden Freitag, 22. Februar, um 20 Uhr trifft die Eintracht in der Krollmann-Arena am Ischeland auf die HSG Nordhorn-Lingen. Die Mannschaft von Trainer Heiner Bültmann startete im Gegensatz zu den Hagenern erfolgreich ins neue Jahr: Zwei Spiele, zwei Siege.

Auch gegen den direkten Ligakonkurrenten um den Aufstieg, den HSC 2000 Coburg, fuhren die Niedersachsen mit 29:21 einen durchaus deutlichen Sieg ein. Die Fans standen kopf und auch die Mannschaft beginnt zu träumen: Vom Aufstieg, der für den derzeit Tabellendritten jetzt greifbar nahe ist und der in Hagen weiterentwickelt werden soll.

Eine gute Verteidigung, vor allen Dingen von Björn Buhrmester mit 15 Paraden im Tor, war der Schlüssel zum Erfolg. Eine hohe Intensität bescheinig­ten die Coaches ihren Mannen. „Wir geben Vollgas“, sagt das Team, immer den nächsten Gegner vor Augen.

Klassenerhalt sichern

Aber auch die Hagener müssen liefern, wenn es bei ihnen auch eher um den Klassenerhalt geht. 15 Siege bei den Nordhornern stehen in Hagen nur acht Siegen gegenüber. Das Hinspiel im September gewann die HSG. Ein Grund mehr für die Grün-Gelben die Nordhorner aus ihren Träumen und den ersten Heimsieg im neuen Jahr in die Volmestadt zu holen.

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Der Tabellendritte HSG Nordhorn-Lingen ist am Freitag zu Gast bei der Eintracht: (o.v.l. ) Patrick Miedema, Luca de Boer, Toon Leenders, Georg Pöhle, Johannes van Lengerich, Alexander Terwolbeck; (m.v.l.) Mannschaftsarzt Dr. Arno Schumacher, Dr. Sebastian Gierets, Betreuer Klaus Gierveld, Julian Possehl, Lutz Heiny, Jens Wiese, Philipp Vorlicek, Trainer Heiner Bültmann, Co-Trainer Ralf Lucas: (u.v.l.): Nicky Verjans, Pavel Mickal, Bart Ravensbergen, Björn Buhrmester, Dennis Bartels. (Foto: HSG)

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