Iserlohn. Zugegeben, die Iserlohn Kangaroos spielten gegen eine vielleicht gehandicapte Mannschaft. Das Team vom SC Rist Wedel stand vor der Begegnung in der zweiten Basketball-Bundesliga ProB am Samstag, 6. Oktober, mit den Iserlohner Korbjägern im Stau und musste die Partie mit Minimal-Vorbereitung antreten. Doch die Nordlichter verkauften sich teuer. Der 83:75-Erfolg (15:16, 26:15, 24:18, 18:26) der Iserlohner bedeutete ein hartes Stück Arbeit.

Doch es ist geschafft. Nach dem dritten Sieg im dritten Spiel ist das Team von Headcoach Dragan Torbica das letzte ungeschlagene Team in der Nordstaffel der ProB.
Die Gäste legten furios los – sie begannen mit einem 6:0-Lauf (2.). Es dauerte etwas mehr als anderthalb Minuten, ehe Lamar Mallory die ersten Punkte für die Kangaroos erzielen konnte (2:6, 2.).

Die Defense beider Mannschaften bestimmte das Spielgeschehen. Offene und einfache Würfe waren auf beiden Seiten eine Seltenheit. Per Korbleger glich Gabriel de Oliveira die Partie erstmals wieder aus (6:6, 4.), aber die Gäste blieben am Drücker. Der SC Rist Wedel wirkte trotz strapaziöser Anfahrt frischer. Und rettete eine knappe Ein-Punkt-Führung (16:15, 10.) in die erste Viertelpause. Eine Pause, die den Kangaroos guttat. Eine Pause, in der Torbicas Schützlinge Spannung und Fokus wiederfanden.

Allen voran war es der überragende Nikita Khartchenkov, der seine Farben zurück ins Spiel brachte. Zehn seiner insgesamt 22 Zähler erzielte er im zweiten Viertel. Und hatte so maßgeblichen Anteil daran, dass die Kangaroos nach und nach die Kontrolle übernahmen. Die Defense der Gastgeber arbeitete jetzt noch konsequenter. Und in der Offense erspielten sich Torbicas Schützlinge immer wieder gute Abschlüsse. Die Folge: Die Anzahl der Assists stieg rapide. Und das Spiel kippte zugunsten der Kangaroos. Sodass nach 20 Minuten eine relativ komfortable und verdiente 41:31-Führung der Hausherren stand.

Auch nach dem Seitenwechsel waren es die Kangaroos, die den Ton angaben. Wenngleich das Tonangeben nicht an ein offensives Feuerwerk gekoppelt war. Immer noch stand die Verteidigungsleistung beider Mannschaften klar im Vordergrund. Aber: Die Kangaroos hatten die besseren Antworten in der Hinterhand. Solide spielten die Hausherren ihren Streifen runter, lagen nach 30 absolvierten Minuten verdient mit 65:49 in Front. Auf einmal wirkte diese umkämpfte Partie der letzten beiden ungeschlagenen Teams des Nordens wie ein Selbstläufer für die Kangaroos.

Und doch wurde es nochmal eng! Mit einer großen Energieleistung kämpften sich die Gäste um Coach Felix Banobre im vierten Viertel zurück ins Spiel. Nach einem Korbleger von Osaro Jürgen Rich Igbineweka schmolz der Vorsprung der Kangaroos auf schmale vier Zähler (76:72, 39.). Die Kangaroos wackelten. Aber: Sie fielen nicht.

Mit zwei verwandelten Freiwürfen und dem „Dagger“ machte Nikita Khartchenkov den Sack zu (81:72, 40.). Alles, was in den finalen Sekunden der Begegnung passierte, blieb Ergebniskosmetik.

„Es war ein umkämpftes Spiel. Ein Spiel, in dem die Defense beider Mannschaften im Vordergrund stand. Beide Teams waren sich der Ausganglage bewusst und sind entsprechend vorgegangen. Natürlich bin ich glücklich über den perfekten Saisonstart. Trotzdem wartet weiterhin viel Arbeit auf uns. Unser Ziel muss es sein, unsere Spiele mit der höchstmöglichen Intensität zu bestreiten“, sagte Kangaroos-Geschäftsführer Michael Dahmen nach dem Spiel.

Schon jetzt gibt es Karten für das nächste Heimspiel gegen die WWU Baskets Münster (Samstag, 20. Oktober, 19.30 Uhr) in der Matthias-Grothe-Halle im Online-Shop. Doch zuvor, am Samstag, 13. Oktober, um 19.30 Uhr erwartet die Kangaroos ein Auswärtsspiel bei den ETB Wohnbau Baskets Essen.

Teams und Punkte: Lamar Mallory (19 Punkte, 11 Rebounds), Viktor Ziring (3/1 Dreier), Gabriel de Oliveira (7, 6 Rebounds), Kristof Schwarz (5/1), Malte Schwarz (6/2), Joshua Dahmen (4), Henri Vaihinger (DNP), Nikita Khartchenkov (22/4), Jonas Buss (2), Ruben Dahmen (7/1), Erik Krumme, Jozo Brkic (8).