Weihnachtsmärkte und Co. – Goldgrube für Taschendiebe

Taschendiebstahl _c Bundespolizei
Symbolbild Taschendiebstahl (Foto: Bundespolizei)

Hagen./Ruhrgebiet. Wenn Anfang Dezember auch die letzten Weihnachtsmärkte ihre Tore öffnen, dann beginnt auch für die kriminelle „Zunft“ der Taschendiebe eine lukrative Jahreszeit. Nicht nur im Bereich der Märkte treiben die Täter ihr Unwesen. Schon während der An- und Abreise zu den unterschiedlichen Weihnachtsmärkten im Ruhrgebiet sind zahlreiche Diebe präsent und warten auf ihre Chance, Beute zu machen.

Dabei fühlen sich die „Langfinger“ im dichten Gedränge der Ein-und Ausstiege von Zügen pudelwohl. Dort können sie im Schutz anderer Menschen, verdeckt, in Taschen und Jacken nach Geldbörsen, Smartphones und Co. suchen. Aber auch im Personentunnel, wenn zahlreiche Menschen von den Bahnsteigen strömen, ergibt sich für Diebe oftmals eine Tatgelegenheit.

Taschendiebe sind mobil

Die Bundespolizei stellte in der Vergangenheit immer wieder fest, dass Taschendiebe mobil unterwegs sind und von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt bzw. von Bahnhof zu Bahnhof reisen. Dabei nutzen sie gerade auf der Rhein-Ruhr-Schiene besonders häufig den RE 1.

In Zügen richtete sich der Fokus von Dieben immer wieder auf übernächtigte und alkoholisierte Reisende, die vom Diebstahl oftmals gar nichts mitbekommen haben und erst zu Hause den Verlust von Smartphone und Geldbörse feststellten.

163 Festnahmen

Die Bundespolizei reagiert auf die reisenden Taschendiebe mit einer speziell ausgebildeten Taschendiebstahls-Einheit, die nicht vor Stadtgrenzen haltmacht und in Zügen durch das Ruhrgebiet reist, immer auf der Suche nach Tatverdächtigen. Dabei gelang es den Fahndern der Bundespolizei regelmäßig Taschendiebe festzunehmen. In den letzten 12 Monaten konnten so 163 Täter festgenommen werden.

Taschendiebstähle hinterlassen als Eingriff in die Privatsphäre oftmals ein ungutes Gefühl, das auch nach der Tat noch länger anhält. Nicht zu vergessen sind die ideellen Verluste, wenn lieb gewonnene Gegenstände, mit denen man Erinnerungen verknüpft, gestohlen werden. Alleine im Zuständigkeitsbereich der NRW-Bundespolizei ist in den vergangenen zwei Jahren durch Taschendiebstähle in Zügen und Bahnhöfen ein Gesamtschaden in Höhe von etwa 4 Millionen Euro entstanden.

Damit Sie nicht Opfer von „Langfingern“ werden, gibt die Bundespolizei folgende Verhaltenstipps, um sich wirksam zu schützen:

– Nehmen Sie nur so viel Bargeld und Zahlungskarten mit, wie Sie tatsächlich benötigen.

– Tragen Sie Geld, Zahlungskarten, Papiere und andere Wertgegenstände immer in verschiedenen, verschlossenen Innentaschen der Kleidung und möglichst dicht am Körper.

– Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen immer mit der Verschlussseite zum Körper.

– Achten Sie gerade in einem Gedränge verstärkt auf Ihre Wertsachen. Werden Sie misstrauisch, wenn Sie plötzlich angerempelt oder „in die Zange“ genommen werden.

– Wenn es doch zum Diebstahl gekommen ist und Ihnen Ihre Zahlungskarte entwendet wurde, lassen Sie diese sofort mit dem Sperrnotruf 116 116 sperren. Wenn sich Ihre Bank diesem Notruf nicht angeschlossen hat, wenden Sie sich direkt an Ihr Kreditinstitut.

– Damit Ihre Debit-Karte (z.B. Giro Card, früher EC-Karte) auch für das elektronische Lastschriftverfahren gesperrt werden kann, für das Sie lediglich eine Unterschrift brauchen, müssen Sie den Verlust bei der Polizei melden. Erst dann wird die Karte beim Bezahlen in Geschäften auch im Lastschriftverfahren abgelehnt.