Herz außer Takt? Rhythmusstörungen nicht unterschätzen

(Foto: Robina Weermeijer)

Hagen. Unter dem Motto „Herz außer Takt – Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung“ stehen in diesem Jahr die bundesweiten Herzwochen vom 1. bis 30. November 2018 mit über 1.000 Veranstaltungen.
Allein in Deutschland haben nach Expertenangaben 1,8 Millionen Menschen Vorhofflimmern, und jedes Jahr kommen Tausende dazu. Bis in die 90er Jahre glaubte man noch, diese Rhythmusstörung sei lediglich ein ‚Schönheitsfehler im EKG‘. Heute weiß man: Vorhofflimmern ist eine ernstzunehmende Herzrhythmusstörung, die unbemerkt und unbehandelt lebensbedrohlich für Herz und Gehirn werden kann – Herzschwäche und Schlaganfall sind die gefährlichsten der möglichen Folgen.

Vorhofflimmern kann das Herz schwächen

Bleibt ein Vorhofflimmern über einen längeren Zeitraum unbehandelt, kann es zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen, die bei Betroffenen die Leistungsfähigkeit erheblich einschränkt und zu Einbußen an Lebensqualität führt.
Neueste Studien sehen in der sogenannten Katheterablation (Verödung von Herzgewebe, das dem Vorhofflimmern zugrunde liegt) eine vielversprechende Antwort. Auch ein operativer Eingriff kann ein erfolgversprechender Therapieansatz sein. Gerade im früheren Stadium lässt sich Vorhofflimmern aber auch mit Medikamenten (sogenannten Antiarrhythmika) gut behandeln.
„Wie bei fast allen Erkrankungen gilt: Je früher das Vorhofflimmern diagnostiziert wird, desto erfolgversprechender ist auch eine Therapie“, so PD Dr. Karsten Beiderwellen, Facharzt für Radiologie. „Die moderne Diagnostik bietet heute zahlreiche hochentwickelte Methoden, um Herzrhythmusstörungen frühzeitig aufzudecken. Bei der Suche nach der Ursache für die Erkrankung kommt dann die Radiologie ins Spiel.“ Der Dortmunder Radiologe wird im Rahmen der Herzwochen 2018 beim Hagener Herzflimmern am Mittwoch, 14. November, ab 18 Uhr im Emil-Schumacher-Museum zu den diagnostischen Möglichkeiten der modernen Radiologie informieren.

Vorhofflimmern: Risikofaktor für Schlaganfall

Aufgrund des unregelmäßigen Herzschlags können sich im Herz Blutgerinnsel bilden. Werden diese ausgeschwemmt und gelangen mit dem Blutstrom in den Kopf, verstopfen sie ein Hirngefäß und verursachen einen Schlaganfall. Je größer das verstopfte Gefäß, desto schwerer der Schaden. Viele Betroffene sterben daran, zahlreiche sind gezeichnet durch nicht wieder gut zu machende Lähmungen mit Einschränkung ihrer Mobilität.
„So weit muss es nicht kommen“, weiß der Hagener Kardiologe Dr. Bernd Hufnagel. „Die moderne Medizin hält viele Therapiemöglichkeiten bereit, um Herzrhythmusstörungen zu behandeln und ernsthaften Schäden vorzubeugen.“ Welche Warnsignale es gibt und was man tun kann, damit es erst gar nicht zu schwerwiegenden Folgen kommt, darüber wird der Hagener Herzspezialist sprechen.

Bundesweite Aktion „Herzwochen“

Mit der bundesweiten Aktion Herzwochen macht die Deutsche Herzstiftung auf die Thematik aufmerksam und möchte die Bevölkerung für Herzerkrankungen und die damit verbundenen Risiken sensibilisieren. In ganz Deutschland werden Infoveranstaltungen organisiert, um Betroffene über aktuelle Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten aufzuklären.
Das „Hagener Herzflimmern“, eine der vielen lokalen Infoveranstaltungen im Rahmen der diesjährigen Herzwochen, wird veranstaltet vom MVZ Prof. Dr. Uhlenbrock & Partner mit Sitzen in Hagen und Dortmund.