Die Tour de France ist das große Ziel für jeden Rennrad-Profi. Einmal im Leben die „Grande Boucle“ fahren für eine perfekte Karriere: 2017 erfüllte sich für den 24-jährigen Jasha Sütterlin vom spanischen Team Movistar dieser Traum. Der Freiburger fährt seit 2014 bei dem ältesten Profi-Team der Welt und unter anderem an der Seite von Grand-Tour-Sieger wie Nairo Quintana. Beim Tour-de-France-Start in Düsseldorf war Sütterlin einer von 16 Deutschen, die an die Startlinie rollten. Mit jetzt&hier sprach er über das Gefühl, in seinem Heimatland in das größte Radrennen der Welt zu starten, Tattoos und seine sportlichen Ziele für die Zukunft.

j&h: Du hast deine erste Tour de France absolviert. Wo war deine Gänsehaut größer – in Düsseldorf beim Start oder im Ziel in Paris?
Sütterlin: Gänsehaut habe ich vor allem auf dem Rad. Vor dem Start in Düsseldorf war es eher Nervosität. Klar, bei der Teampräsentation war da natürlich schon ein Kribbeln zu spüren. Aber die Unterstützung vom Straßenrand war ebenfalls unglaublich.

Im Scheinwerferlicht: Besonders beim Tour-Start in Düsseldorf war Sütterlin als deutscher Fahrer im Mittelpunkt des medialen Interesses (Foto: Team Movistar)

j&h: Wie beschreibst du deine Rolle im Team?
Bei den Grand Tours bin ich Helfer für die Kapitäne und konzentriere mich auf die Zeitfahren. Ansonsten liegt mein Fokus auf den Klassikern. Das war auch schon während meiner Nachwuchszeit so, da bin ich zum Beispiel das Juniorenrennen von Paris-Roubaix gefahren. Das liegt mir und macht mir mega viel Spaß.

j&h: Was sind denn deine Ziele für die Zukunft?
Darüber habe ich mir in letzter Zeit ganz konkret Gedanken gemacht. Ich möchte gerne zwei Grand Tours in einem Jahr fahren. Außerdem eine Worldtour-Rennen gewinnen, einen Etappen-Sieg bei einer Grand-Tour einfahren, und wenn die Entwicklung so weiter geht, auch eine Medaille bei der Zeitfahr-Weltmeisterschaft gewinnen.

Cooler Typ: Jasha Sütterlin
gehört zu den besten
Radprofis Deutschlands. (Foto: Team Movistar)

 

j&h: Wenn man dich sieht, dann fallen sofort deine Tattoos auf. Wie viele hast du und welche Bedeutung haben sie für dich?
Ich hab insgesamt sieben Tattoos. Auf meinem rechten Arm steht zum Beispiel: „Fight until the end and never give up“. Das soll mich bei den harten Stunden auf dem Rad motivieren und mich niemals aufgeben lassen. Auf dem linken Arm habe ich ein Rennrad. Ich hatte mir vorgenommen, wenn ich jemals Profi werden sollte, dass ich mir ein Rennrad stechen lassen – quasi als Belohnung und Anreiz.