Sommerspaziergänge durch Wald und Flur sind wunderbar. Jedoch ist derzeit die Wahrscheinlichkeit groß, mit Zecken in Berührung zu kommen. Zu übertriebener Panik besteht aber kein Anlass, sagen viele Mediziner. Der Verband Wohneigentum NRW hat wichtige Aspekte rund um das Thema Zecken und Zeckenstiche zusammengetragen.

Gemeiner Holzbock

Zecken sind in ganz Mitteleuropa verbreitet. Die in Deutschland am häufigsten vorkommende Zeckenart ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Sie leben hauptsächlich in schattigen und eher feuchten Gebieten, sprich in Wäldern, an Waldrändern oder auf nicht gemähten Wiesen. Meist sind sie in Höhen zwischen 10 und 100 cm ­anzutreffen.

Kontrolle

Wenn im Garten schattige, feuchte und schlecht durchlüftete Bereiche beseitigt werden, dann erschwert dies Zecken die Ansiedlung. Allerdings sind die Spinnentiere sehr anpassungsfähig, sodass gerade in den Sommermonaten eine Kontrolle von Körper und Kleidungsstücken nach jedem Aufenthalt in der Natur selbstverständlich sein sollte. Auch Hund und Katze sollten bei Befall von Zecken befreit werden.

Zur Zeckenentfernung bietet der Handel entsprechende Zangen oder Pinzetten an.

Zecken heften sich übrigens nur bei direktem Kontakt an einen Wirt. Dies geschieht dann allerdings innerhalb von Sekundenbruchteilen. Dass Zecken springen oder sich fallen lassen, gehört in den Bereich der Ammenmärchen.

Krankheitsüberträger

Da Zecken meist mehrere Tage bei ihrem Wirt verbleiben, suchen sie sich Körperstellen, an denen sie weitestgehend ungestört sind. Bei Hunden ist dies beispielsweise der Kopf- und Brustbereich. Beim Menschen stechen Zecken – Mediziner sprechen von einem Zeckenstich, nicht von einem Biss – überwiegend am Haaransatz, hinter den Ohren, am Hals, unter den Achseln, in der Armbeuge oder Kniekehle sowie im Bauchnabel und ­Genitalbereich.

Deutschlandweit

Mittlerweile sind Zecken deutschlandweit Überträger der Lyme-Borreliose, in Süddeutschland zudem auch die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME). Gegen FSME kann man sich vorbeugend impfen lassen. Eine Borreliose wird mit Antibiotika behandelt.

Zum Glück geht es beim Entfernen einer Zecke nicht um Sekunden: Es dauert laut Angaben von Medizinexperten mindestens zwei Stunden, im Schnitt sogar einen halben bis einen Tag, bis Bakterien wie Borrelien auf den Wirt übertragen werden.

Schützen

Am besten schützt man sich bei Spaziergängen in der Natur durch lange Kleidung und festes Schuhwerk. Der Handel bietet für Mensch und Haustier verschiedene Zeckenmittel an, die den Schutz vor Zeckenstichen erhöhen sollen. Befallene Kleidung kann bei 60 Grad gewaschen oder getrocknet werden. Bei diesen Temperaturen sterben die Spinnentiere ab.

Kein Öl oder Klebstoff

Die Experten raten, Zecken keinesfalls mit Öl oder Klebstoff zu beträufeln, denn dies führt oft zu einer Reizung und damit zu einem verstärkten Speichelfluss und erhöht nicht zuletzt die Infektionsgefahr.

Wurde man von einer Zecke gestochen, sollte die Einstichstelle längere Zeit beobachtet werden. Wenn sich nach einigen Tagen ein roter Rand um die Einstichstelle bildet oder grippeähnliche Symptome wie Schlappheit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Informationen zur ­Zeckenthematik finden Interessenten auch auf der ­Webseite des Robert-Koch-Instituts.