Leseherbst geht weiter: Jugendbuch „Soya“

Debütroman von Lusia Sarah Blum: „Soya“. (Foto: Riverfield-Verlag)

Von Anja Schade
Hagen. Der Leseherbst geht in die nächste Runde. Beim Lesestoff handelt es sich dieses Mal um den Debütroman „Soya“ von Luisa Sarah Blum, die ihr Erstlingswerk im September 2018 im Riverfield-Verlag veröffentlichte (ISBN 978-3-9524906-3-1).
Die Autorin Luisa Sarah Blum nimmt ihre Leser mit in eine Fantasiewelt, in der Menschen, Schirkane, Elfen, Zauberer, Drachen und Morlaks leben. Und mittendrin die 15-jährige Eleona, die behütet bei ihrem Großvater in einem kleinen Dorf aufwächst – zunächst. Sie geht zur Schule, hat Freunde. Dass etwas nicht mit ihr stimmt, merkt sie bald, denn sie scheint besondere Fähigkeiten zu haben. Ein auf den anderen Tag ändert sich ihr bisher so beschauliches Leben und nichts ist mehr, wie es vorher war. Aus Eleona wird Soya, aus einem Menschenkind ein Mischblut, das lernen muss zu kämpfen und sich in einer fremden Welt voller Geheimnisse zu behaupten.

Leser als Begleiter

Die Autorin schreibt geschickt nur aus dem Blickwinkel von Soya, die Informationen, die das Mädchen hat, hat auch der Leser. So bleibt es spannend, denn man weiß nie wer gut, wer böse ist, wer Feind, wer Freund. Der Leser ist stiller Beobachter, der das Mädchen auf seinem Schicksalsweg begleitet und fast das Gefühl hat, neben ihr zu stehen, ohne aber eingreifen zu können.
Die Vorstellungskraft der jugendlichen Leser ist gefordert: Kaum ein Ort, in dem Soya sich bewegt, wird näher beschrieben, doch gerade das Fehlen der bildlichen Elemente macht den Reiz des Weiterlesen aus. Das genauere Beschreiben der seltsamen Wesen allerdings fehlt dem Leser manches Mal.

Mein Fazit:
Ein spannender Fantasie-Roman für lesehungrige Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, die in eine andere Welt eintauchen können und einer Gleichaltrigen auf ihrer Schicksalsreise durchs Leben, ins Erwachsenensein folgen. Und lernen: Es kommt nicht darauf an, wo du herkommst, sondern wer du bist und wie du denkst.
Für Lesehungrige
Die 736 Seiten des Buches scheinen dabei kaum eine Herausforderung zu sein, die Geschichte vergeht wie im Flug. Und so konnten meine 11-jährige Tochter und ich trotz eines nicht so einfachen und sehr düsteren Beginns der Geschichte das Buch kaum mehr aus der Hand legen.