Eine Sturmnacht zieht auf

Hagen. Schon nach wenigen Seiten weiß der Leser, wie die Geschichte ihren Lauf nimmt und wie sie möglicherweise ausgeht, und doch kann Autorin Jojo Moyes ihre Leserschaft auf knapp 480 Seiten begeistern von einem ganz besonderen Schicksal. „Nächte, in denen Sturm aufzieht“ heißt der Roman der Erfolgsautorin von “Ein ganzes halbes Jahr“.

Auch diese Geschichte fasziniert wieder, sie entführt an die australische Küste in ein kleines Örtchen namens Silver Bay. Hier leben Kathleen und ihre Nichte Liza mit Tochter Hannah. Sie führen ein kleines Hotel und fahren zu Walbeobachtungstouren aufs Meer hinaus. Bis Finanzberater Mike Dorner, scheinbar als Tourist vor Ort, die Idylle mächtig ins Schwanken bringt und sich nach und nach schwere Schicksale auftun.

Von rauen Menschen, Liebe und Eifersucht, Reichtum und Armut, der wunderbaren Natur mit ihrem Artenreichtum und manchmal auch dem Sinn des Lebens handelt die Erzählung, die einen auf moderne Weise in eine andere, ganz beschauliche Welt führt, in der man sich gut aufgehoben fühlt. Verschiedene Protagonisten erzählen die Geschichte immer weiter, eigentlicher Star der Handlung ist die kleine Hannah, die ganz unbedarft ihr und das Schicksal ihrer Mutter in die Hand nimmt. Der Roman lässt sich leicht lesen, der Einstieg in die Geschichte funktioniert schnell, der Schreibstil ist flüssig und eingängig – eine berührende Erzählung, die den Lesealltag auf angenehme Weise einfach mal entschleunigt.

Nächte, in denen Sturm aufzieht; Jojo Moyes; ISBN 978-3-499-27639-2, erschienen im Rowohlt-Verlag.