Beschwingt und leicht: Holunderschwestern

Hagen. (AnS) Auch wenn kein Sommer ist: der Roman „Die Holunderschwestern“ von Teresa Simon (erschienen im Heyne-Verlag, ISBN: 978-3-453-41923-0) versüßt die kalten und grauen Wintertage mit einer leichten und beschwingten Geschichte rund um Liebe, Krieg und gute wie schlechte Zeiten.

Die Schreinerin Katharina steht auf eigenen Füßen, restauriert mit einer Kollegin alte Schränke und Tische. Durch mehrere Zufälle wird sie mit der Geschichte ihrer Vorfahren konfrontiert und hält das Tagebuch ihrer Urgroßmutter, deren Rezepte sie immer nachkocht, in den Händen. Fast süchtig machen sie die Aufzeichnungen von Fanny, einer jungen Frau, die als Köchin ihr Glück um 1918 in München versuchte und deren Leben einige Überraschungen und Schicksalsschläge bereithält.
Die Familiengeschichte beider Frauen fesselt von Beginn an. Mag ihr Werdegang auch noch so unterschiedlich sein, der Autorin gelingt es geschickt, beide Erzählstränge miteinander zu verweben und die Protagonistinnen lebendig wirken zu lassen.
Auch die Tagebucheinträge der Franziska wirken nie langweilig, im Gegenteil: Es gelingt dem Leser, sich in ihr spannendes und ungewöhnliches Leben in einer anderen Zeit einzufühlen und auch mit den Nebenfiguren mitzufiebern.
Ein leicht zu lesender Roman, der einfach Spaß macht, mit einem besonderen Schmankerl auf den letzten Seiten: Fannys Rezepte kann man nachkochen, nicht nur die Dampfnudeln machen da Lust auf mehr.