Wer in die Zukunft will, schaut erst einmal zurück

Hagen. (AnS) Bei Lucinda Rileys Büchern ist es der Leser gewohnt, dass sich das Schicksal der Protagonistin spannungsvoll mit Liebe, Leidenschaft und einem historischen Zusammenhang verbindet. Das neue „Die Mondschwester“ kommt aber leider nicht an die vergangenen Ausgaben heran.

Erzählt wird der Werdegang von Tiggy d‘Aplièse, die als Zoologin eine neue Stelle antritt. Eine Aufgabe, die sie nicht gänzlich erfüllt: Wildkatzen und ein Naturschutzgebiet betreuen. Auf der Suche nach ihrer Zukunft widmet sie sich der Vergangenheit, denn ihre Herkunft ist genauso wie die ihrer Adoptivschwestern ungeklärt. Sie fährt nach Spanien, ihrem Geburtsort, und erfährt nicht nur von ihren Vorfahren, sondern auch von ihren mystischen Fähigkeiten und heilenden Händen.
Verknüpft ist die Geschichte mit einem Rückblick auf ihre Großmutter Lucia, deren Leben als egozentrische Flamencotänzerin immer wieder näher beleuchtet wird. Warum dies die Autorin so ausgiebig macht, erschließt sich dem Leser leider nicht. Die Mutter von Tiggy bleibt nahezu unerwähnt. Ohne das Ende vorwegzunehmen: Das Happy-End ist trotz vielen Schwierigkeiten und einem Anschlag auf das junge Leben vorhersehbar, aber nicht unbedingt passend. Es fehlt die Tiefe, die Fans von Riley an ihren Geschichten lieben, und auch die beiden Erzählstränge laufen nur nebeneinander her.
Ein Buch, das interessant ist, da es das Leben und die Historischen Hintergründe der Zigeuner beleuchtet und die Landschaft sehr treffend beschreibt, das aber mehr Spannung und Tiefgang vertragen hätte.
Die nächste Ausgabe der Serie der sieben Schwestern steht bereits in den Startlöchern. Einen ersten Vorgeschmack gibt es am Ende der „Mondschwestern“. Dieses Mal geht es um Elektra, die Model-Schwester von Tiggy.
„Die Mondschwester“ ist im Goldmann-Verlag unter ISDN 978-3-442-31446-1 erschienen.