April, April!

Morgen kommt der Osterhase, klar. Und am Montag der 1. April. Marie Schäfers, Autorin des Internetportals wissen.de hat für uns untersucht, welche 1.-April-Witze besonders hohe Wellen schlugen:

Wir schreiben das Jahr 1530: Auf dem Augsburger Reichstag soll das Münzwesen geregelt werden. Für den 1. April wird ein besonderer „Münztag“ ausgeschrieben, auf den die Spekulanten gebannt warten. Sie setzen ihr gesamtes Geld auf die Entscheidung des Münztages, der aber nie stattfindet. Die Spekulanten verlieren ein Vermögen und werden dafür auch noch ausgelacht.

Eine noch lustigere Geschichte stammt aus Frankreich: Im 16. Jahrhundert bittet eine Schönheit den König Heinrich IV. schriftlich um ein heimliches Rendezvous in seinem Lustschloss. Heinrich, geschmeichelt von der Offerte der jungen Dame, erscheint – und findet den versammelten Hofstaat unter Führung seiner Gattin Maria von Medici vor. Die dankt ihm vor versammelter Mannschaft dafür, dass er ihrer Einladung zum Narrenball gefolgt sei. April, April!

Weil sie besonders viele Menschen erreichen, sind die Medien besonders fleißige Scherz-Erfinder. Der älteste Aprilscherz wurde am 1. April 1774 in einer Berliner Zeitung veröffentlicht. Die Meldung: Nicht nur Ostereier lassen sich färben, auch Hühner können in allen möglichen Farbschlägen gezüchtet werden. Wie? Ganz einfach: Man braucht nur die Umgebung der Hühner in der jeweils gewünschten Farbe anzustreichen und die Hühner passen sich an. Tatsächlich sollen einige Bauern zum Farbeimer gegriffen haben.

Die britische BBC vermeldete 1957, dass die Schweizer Spaghetti-Ernte alle Rekorde gebrochen habe. Der Sender zeigte Pasta-Bauern auf blühenden Plantagen und Nudeln, die von Bäumen hingen.

2007 wurde sogar in der altehrwürdigen Tagesschau geulkt. Die Titelmelodie werde künftig nicht mehr live vom Orchester eingespielt, sondern nur noch vom Band. Allein der Gong solle weiterhin live vom zuständigen Chef vom Dienst geschlagen werden. Auf der Webseite der ARD gab es dazu sogar eine Umfrage: Die meisten Zuschauer begrüßten die Sparmaßnahme.

Auch dieser April-Scherz gelang: Das Magazin „Sports Illustrated“ berichtet 1985 in den USA von einem unglaublichen Baseball-Talent. Sein Name: Sidd Finch. Das Wurf-Genie sollte zu den New York Mets wechseln. Er könne Bälle auf bis zu 270 Stundenkilometer beschleunigen. Alles erlogen – und trotzdem war das nächste Spiel der Mannschaft restlos ausverkauft und die Teamkasse klingelte.

Selbst manche Firmen nutzen den Aprilscherz als Werbeplattform. In den USA warb beispielsweise Burger-King 1998 mit einem speziellen Brat-Klops für Linkshänder mit seitenverkehrter Belegung. Der Ansturm auf die Filialen war gigantisch, obwohl es den Burger – natürlich – nicht gab. Die Deutsche Post bewies im gleichen Jahr ebenfalls Humor. Sie ließ vermelden, dass sie 100.000 Postboten mit Dienstwürstchen ausstatten lassen werde – zum Schutz vor bissigen Hunden.

Mancher Ulk kommt jedes Jahr wieder. Die beliebteste Dauer-Ente: Jedes Jahr warnen internationale Nachrichtenagenturen am 1. April vor Dihydrogen-Monoxid. Es sei in Tumoren und Kernkraftwerken zu finden und wirke beim Einatmen tödlich. Das Geniale an diesem Scherz: Er stimmt. Das Gift gibt es, es kann tatsächlich tödlich sein. Es handelt sich um – Wasser.

Liebe Leser, lassen Sie sich am Montag nicht veräppeln…

…und „Schöne Ostern“!