Auto kaputt

SonnTalk – Von Heiko Cordes: In unserer heutigen Kolumne geht es zwar um Fußball, aber „nur“ vordergründig. Können Sie sich noch daran erinnern, als die Fans des runden Leders die Kicker vom Zuckerhut fast vergötterten? Als Ronaldo, also „Il Fenomeno“, Romario, Rivaldo und Ronaldinho die Stadion-Besucher und Fernsehzuschauer weltweit verzauberten. Als Roberto Carlos mit seinen Freistößen die Physik außer Kraft zu setzen schien? Jeder Bundesligaclub, der etwas auf sich hielt, verpflichtete damals möglichst viele Spieler aus Brasilien. Ein gutes Näschen bewies Leverkusens Manager „Calli“ Calmund, der Emerson oder Lucio zur Werkself holte. Oder auch der BVB-Vorstand, der 1998 einen gerade einmal 20-jährigen Brasilianer unter Vertrag nahm: Dede. Der Publikumsliebling blieb 13 Jahre den Schwarz-Gelben treu, sorgte aber auch für kuriose Geschichten. So ist überliefert, dass Leonardo de Deus Santos, so der volle Name, einst bei seinem Club anrief und erklärte, dass er nicht zum Training kommen könne. Sein Auto sei kaputt. Schnell organisierten die Borussen einen Fahrer für Dede. Angekommen beim Brasilianer nahm dieser das Gefährt und den „Schaden“ in Augenschein. Die Windschutzscheibe war auf Grund der Temperaturen vereist und musste freigekratzt werden. Dede hatte in seinem Leben aber weder Schnee noch Frost gesehen und hielt sein Auto einfach für kaputt. Nachdem gekratzt worden war, hieß es „Freie Fahrt“ für den Verteidiger – ­sehr zu seiner Verblüffung. Allen Leserinnen und Lesern einen eisfreien Sonntag.