Der Osterhase war da!

Für junge Eltern ist klar: Zu Ostern muss der Osterhase kommen. Die lieben Kleinen gehen mit glänzenden Augen auf die Suche nach bunt bemalten Eiern, kleinen und großen Schokohasen und verstecktem Spielzeug. Die Eltern schauen fröhlich zu. Schönste Familien-Gemeinsamkeit. Ja, so sollte es sein.

Doch in der Familie von Lisa lief es letztes Jahr ganz anders: Am Ostersonntag schlug die Fünfjährige die Augen auf, gespannt wie ein Flitzebogen, und dachte nur an eines: „Der Osterhase war da!“ Also raus aus dem Bett, für Socken oder gar Zähne putzen war überhaupt keine Zeit. Stattdessen ging die Suche los:

Treppe rauf und Treppe runter. Unter dem Sofa geschaut und in jedes Regal. Überall fand Lisa eine Kleinigkeit. Die gefundenen Leckereien türmten sich auf dem Wohnzimmertisch. Die 5-Jährige war begeistert. Deshalb fiel ihr auch nicht auf, dass dieses Mal die Eltern bei der Sucherei fehlten. Alles egal.

Die Kleine war stolz wie Oskar. Das musste sie jetzt unbedingt Mama und Papa erzählen!

Sie ging ins Schlafzimmer, wo noch tiefste Nachtruhe herrschte. Komisch! Viel zu aufgeregt, um leise zu sein, krakelte das Töchterlein: „Ich habe alles gefunden!“ Die aus tiefem Schlummer gerissenen Eltern saßen plötzlich senkrecht im Bett. Einen Moment war es still. Lisa wartete auf ein dickes Lob. Doch stattdessen ging Vaters Blick zum Wecker: Viertel nach Vier. Morgens. Oder wohl eher nachts.

In diesem Jahr haben Lisas Eltern einen besonderen Wunsch an den Osterhasen: Er soll nämlich bitte, bitte, bitte nicht vor 6 Uhr morgens kommen. Dann wird auch wieder gemeinsam gesucht. Obwohl das Töchterchen ja sooo ein Talent ist.

Schönen Ostersonntag!