Entscheidung

Bald sind Osterferien. Kollege Eberhard will mit seiner Frau nach Norditalien – und ist gespannt, was ihn dort erwartet. Die eisigen Temperaturen, die momentan auf dem „Stiefel“ herrschen – mit Eis und Schnee sogar am Vesuv und in Neapel –, werden dann sicherlich wieder der Vergangenheit angehören.

Was Eberhard mehr Sorgen bereitet, ist die Parlamentswahl. Wie es ausschaut, werden rechte Parteien, Protestgrüppchen wie die von einem Komiker angeführte „Fünf-Sterne-Bewegung“ oder Bunga-Bunga-Greise wie der frühere Regierungschef Berlusconi am Sonntag die Nase vorn haben. Für Europa bedeutet dies vielleicht nichts Gutes – denn in dieser seltsam braun-bunten „Soße“ schwimmt so mancher EU-Gegner und möglicherweise auch der nächste Ministerpräsident.

Ach, die Italiener sind Kummer gewöhnt, wenn es um ihre Politik geht. Was ihnen mehr Sorgen bereitet, das sind die weiterhin zunehmende Armut, die hohe Verschuldung und die kaum zurückgehende Arbeitslosigkeit. In der Gesamt-EU sind etwa sieben Prozent ohne Arbeit, doch in Italien liegt die Quote bei über zehn Prozent.

Natürlich wird die Schuld woanders gesucht, das ist ja oft so. Deutschland und der Euro gehören beispielsweise zu den gern genannten Sündenböcken, Der auch von vielen AfD-Anhängern geschätzte Matteo Salvini – Big Boss der „Lega“, die seit ewigen Zeiten am liebsten Nord- von Süditalien trennen würde – fordert, Italien müsse „einen Weg raus aus dem Euro“ finden.

Die Gemeinschaftswährung sei „die Hauptursache des italienischen Niedergangs“, da sie nur „maßgeschneidert für Deutschland“ angelegt sei.

Immerhin will kein nennenswerter Politiker heute noch den „Italexit“, also den „Stiefel“-Tritt in den Allerwertesten der gesamten EU. Da haben die Italiener wohl von den Briten gelernt.

Was das alles für Kollege Eberhard bedeutet? Der hatte in der Vergangenheit zwei Lieblingsreiseländer – England und Italien. Elisabeths Inselreich hat er schon von seiner Urlaubsliste gestrichen. Jetzt betet er, dass ihm wenigstens das Pizza-Pasta-Land erhalten bleibt. Zuvor hat er noch eine Wette „am Laufen“ – mit einer spannenden Frage: „Wo gibt es eher eine stabile Regierung? In Berlin oder Rom?

Schönen Sonntag!

Und denken Sie dran: An diesem Wochenende wird nicht nur in Italien eine Wahl entschieden, sondern auch in der SPD: „GroKo“ oder „No-GroKo“?