Festlich geprägt

Adventszeit, Wunderzeit. Was einem da als Redakteur an Meldungen ins Haus flattert – das ist geradezu hirnzerbröselnd.

Per E-Mail teilt man uns mit, die glamourösen Selbstbräunungsprodukte der Kosmetikfirma „Sowieso“ zauberten bereits wenige Stunden nach dem Auftragen eine leichte Bräune auf Ihre edle Haut. Deshalb sollen Sie das Zeugs, bitteschön, unbedingt kaufen.

Eine PR-Agentur lädt uns ein zum sogenannten „Winterzauber“ auf einen Hof mit bayrisch klingendem Namen in Bad Honnef. Mit Glühwein, Waffeln, Bratwürsten, Punsch und Tombola. Und – und das ist jetzt der Kern der Sache – viele, viele Infos zu dieser „Ästhetik-Klinik“. Ach so! Der vermeintliche „Hof“ ist eine Schönheitsfarm! Auch die Kurzen kommen nicht zu kurz: Der Chirurg hat allerliebst ein Ponyreiten für den Nachwuchs seiner Kundinnen organisiert.

Ein Bettenhersteller verschickt seine Mitteilungen gleich mehrfach. Wer sehen will, wie obercool seine Schlafgestelle sind, soll vom 7. bis 9. Dezember in die Leoganger Steinberge ins Herz der Salzburger Bergwelt kommen. Dort macht „der Erlebnisexperte den ultimativen Abenteurer-Traum wahr: Schlafen in schwindelerregender Höhe mit Blick auf die grandiose Bergkulisse“.

Ach nee, danke. Das ist uns alles zu lasch, zu fad und zu abgestanden. Wir haben als Weihnachtstipp was Exklusiveres für unsere Leserschaft aufgetan: In einer kleinen, winzigkleinen Werkstatt in Neudorf, Landkreis Freyung-Grafenau, hat ein Ehepaar eine Klopapier-Prägemaschine in Betrieb genommen. Die beiden prägen rollenweise das schnöde Weiß – oder auch trendige Schwarz – mit edlem, echten Gold zum Luxusgegenstand um. Mit goldigem Wappen, Krönchen oder zarter Rose. Pro Rolle verbrauchen sie 1,5 Gramm des kostbaren Metalls und rund 15 Minuten Arbeitszeit.

Sechslagig und extraweich kommt das Papierchen zum Kunden oder besser: zu seinem Luxus-Hinterteil. Für nur 249 Euro bei 110 Blättern pro Rolle.

Für Nerz-Unterhosenträger wie uns das genau Passende. Massiv goldenes Besteck als Einweg-Geschirr, Sie verstehen. Man erkennt uns an den Goldfingern nach dem „Großen Geschäft“

Einen schönen zweiten Advent!