Frohe Botschaft

Die Weihnachtspostwelle flutet durch das Land. Ach was, um den ganzen Globus rauschen millionenfach die guten, die frommen Wünsche für Frieden auf Erden und Ruhe im All, für Gesundheit im Leib und Fülle im Portemonnaie.

Alle Wünsche werden wahr. Jetzt oder nie. Alle Menschen werden Brüder oder eben Schwestern und liegen sich verzeihend und weinend in den Armen. Jetzt oder nie wird vergeben und vergessen und erlassen.

Das gilt im Kleinen wie im Großen. Und niemand – wirklich niemand – sollte ausgeschlossen werden von diesem großen weltumspannenden Verzeihen und Verbrüdern. Nicht einmal der Papst in Rom, denn auch der hat‘s nötig.

Bei seinem Besuch in Deutschland im September hat das Oberhaupt der Katholischen Kirche gegen geltendes deutsches Gesetz verstoßen. Er ist am 25. September mit seinem Papa-Mobil im Schritttempo durch Freiburg gefahren, jubelnde Menschenmassen am Straßenrand. Und? – Unangeschnallt!

Einer hat sich das nicht bieten lassen. Einer hat die deutsche Straßenverkehrsordnung geschützt gegen Missbrauch von ganz hoch oben und hat getan, was getan werden musste: Er hat einen Bußgeldantrag gestellt.

Die Freiburger Stadtverwaltung musste sich darum kümmern. Immerhin 30 Euro hätte Benedikt XVI. latzen müssen für diese Regelwidrigkeit.

Man hat das sorgfältig geprüft. Herausgekommen ist eine Ausnahme von der Regel. Denn: Die Straße, auf der der Papst im Schritttempo unangeschnallt unterwegs war, hatten Ordnungshüter vorher abgesperrt. Und, ei siehe da: Auf einer abgesperrten, somit verkehrslosen Straße gelten andere Regeln.

Jetzt flattert dem Benedikt eine frohe und auch irgendwie versöhnliche Weihnachtspost aus der Bundesrepublik Absurdistan in den Vatikanischen Briefkasten: Die Klage wurde abgewiesen. Der Fall ist vom Tisch.

Wobei irgendeine Brausebirne sicherlich jetzt prüfen lässt, ob der Papst mit seinem Auto so einfach auf einer abgesperrten Straße

Schönen Sonntag und einen friedlichen vierten Advent im deutschen Paragrafen-Stadel!