Immer wieder Kevin?

Es ist richtig wichtig, seinem Kind einen guten Namen zu geben. Der soll ja passen, vor allem zu den eigenen Vorlieben oder Vorbildern – und zum Nachnamen. Außerdem soll er möglichst keine Angriffsfläche bieten für bekloppte Spitznamen oder alberne Verzärtelungen.

Aber wer dann seinen Sohn „Lars“ nennt, muss vielleicht erleben, dass seine Freunde ihn später nicht „Lars“ nennen und schon gar nicht „Larsi“, sondern „Käsi“. Warum? – Weil es immer anders kommt.

Manche Namen verheißen nichts Gutes. Untersuchungen zeigen, wie bestimmte Vornamen bei Erzieherinnen, Lehrern, Ausbildern, Personalchefs oder auch bei heiratswilligen Frauen gleich die Nackenhaare hochgehen lassen, wenn sie ihn nur hören oder lesen. Das ist kaum glaublich, aber anscheinend isses so.

Kevin ist solch ein Name. Justin ebenfalls. Die Forschung spricht bereits vom „Kevinismus“. Dabei handelt es sich um die Unfähigkeit, dem Nachwuchs vernünftige Namen zu geben. An Kevinismus erkrankte Eltern wählen meist Doppel- oder besser noch Dreifach-Namen, die gern französisch oder englisch ausgesprochen werden. Das Land wimmelt nur so von Yves (sprich: Üffes), Chantals, Rogers, Chiaras, Cedrics, Cindys, Jaydens und Jaquelines. Und Dana heißt eben nicht Dana, wie man‘s schreibt, sondern „Däna“, weil‘s mehr her macht und irgendwie schon nach Hollywood klingt.

„Schakkeline, Schastin, Schantall, Käwinn – tu die Omma ma winken!“ – So schallt es dann in manchen Vierteln geballt über die Straße. Am Kiosk hört man „Dat Daffne is schwanga und der wo die dat gemacht hat is wech!“ Und vor der Tür ruft eine Frau: „Rottscha, komm ma bei die Tante, die geht mit dir beim Kiosk und gibt dich da ein Eis!“

Alles klar. Das sind grobe Verallgemeinerungen, fahrlässige Kurzschlüsse und grottige Vorurteile. So was gehört sich nicht!

Es gehört sich auch nicht, allein im 5. Schuljahr 13 Tadel anzusammeln und der Klassenlehrerin kurz vor den Ferien noch zwei Zähne auszuschlagen – so wie jetzt in einer heimischen Schule geschehen. Und wie heißt der Übeltäter? Kevin-Justin!

„Haben wir doch gleich gesagt“, wird die Kevinismus-Forschung munkeln. Und damit den anderen, netten Kevins das Leben noch schwerer machen als es ohnehin schon ist mit diesem Vornamen. Arme Kerls!

Schönen Sonntag!