Leo, Traudl und der Lanz

Der Leo und seine Traudl leben für, mit, im und von ihrem eigenen Lanz-Bulldog-Traktoren-Museum. Busseweise reisen die Oldtimer-Freunde ins Rottaler Bauernland, um dem Lanz Leo, dem Schlitzohr in Latzhose, beim Fachsimpeln zu lauschen.

Die beiden sind bisher nur ein einziges Mal aus ihrem Kuhkaff herausgekommen – bei ihrer Hochzeitsreise nach Mannheim, um das ehemalige Lanz-Bulldog-Werk zu besichtigen. So ging das Jahrzehnte lang. Dann ließ die Traudl sich scheiden, weil der Leo nur seine Trecker im Kopf hatte.

Nun kommen die beiden wieder zusammen – für eine Traumreise, begleitet vom Bayrischen Fernsehen. Eine Einladung zu einem „Festivale“, einem Fest für historische Landmaschinen, im italienischen San Biagio bei Ferrara lockt sie.

„Do is Italia. Do fahr‘n ma pfeilgrad umi!“, beschließen die beiden niederbayrischen Urviecher.

Der unbeholfene Leo mit seinen zwei künstlichen Hüften und die beleibte Traudl mit ihrem Klumpfuß holen den 70 Jahre alten Lanz „Graf Stauffenberg“ aus dem Stadl, glühen ihn vor (20 Minuten braucht‘s!), hängen ein windschiefes Wohnwägelchen hinten dran und fahren los.

Mit 23 Stundenkilometern, abseits der Hauptverkehrswege, zockeln sie in 14 Tagen, mächtig dampfend und laut knatternd, geschlagene 750 Kilometer über die Alpen nach Süden. Ohne irgendwelche Sprachkenntnisse, ohne jegliche Reiseerfahrungen, dafür aber mit umso mehr Herzlichkeit schaffen sie es am Ende tatsächlich. „So vül Wasser! – Wahnsinn! – Wahnsinn!“, entfährt es dem Leo beim Anblick des Mittelmeeres. Unterwegs begegnen die beiden Extremreisenden den ungewöhnlichsten Menschen. Der Mankeiwirt auf dem Großglockner etwa hält sich ein Murmeltier im Haus, das am liebsten Tierfilme im Fernsehen anschaut, aber immer dabei einschläft.

Wenn Leo im hintersten italienischen Hinterland einen 10er Schraubenschlüssel kaufen muss oder ihm irgendwo fernab aller Tankstellen der Diesel ausgeht – Leo löst alle Probleme im besten Niederbayrisch. Da wird der Zuschauer hin- und hergerissen zwischen Lach-Anfällen und Respekt vor diesem komischen Paar. Kein Problem auch, wenn dem ewigen Latzhosenträger Leo beim offiziellen Empfang des italienischen Bürgermeisters die ungewohnte Feiertagshose runterrutscht.

„Mit‘m Menschn muaßt red‘n wia mit‘m Ochsen“ heißt Leos Devise. Sie bringt ihn nicht nur zum Ziel, sondern macht ihm überall sofort staunende Freunde und löst wirklich jedes Problem. Vielleicht rettet sie sogar seine Ehe

„Lanz Leo“ ist ein Trecker-Road-Movie auf Niederbayrisch. Man versteht kaum ein Wort, aber das macht nichts, wirklich nichst.

„Schau‘ns, dass Sie a DVD kriag‘n!“, soag i und versprech‘ Ehna zwoa Stund lang a unvagessliche Dauer-Freid.

Schönen Sonntag!