Mal eben

Es sind nur zwei mickrige Worte: Mal eben.

„Mal eben“. Das sagt sich so fix. So beiläufig. Das klingt so federleicht. Und doch: Hinter diesem „mal eben“ lauern häufig schweißtreibende, ärgerliche und zeitaufwendige Geschichten. „Mal eben“ – da versteckt sich der Wolf im Schafsfell.

Der aktuelle Fall der Kollegin M. ist hierfür ein schönes Beispiel. Die Kollegin, eine durch und durch liebenswürdige Person, erlebt manchmal Missgeschicke, die ihr so schnell keiner nachmacht. Neulich etwa, auf dem Weg zur Arbeit. Da wurde sie von einem rückwärts aus einem Garagenhof „heizenden“ Rentner fast zum Rückbank-Wackel-Dackel gemacht. Im hohen Bogen flog sie in einen Container.

Kurzum, Kollegin M. ist Spezialistin für ganz besondere Fälle.

Gelegentlich malt sie. Ihre Bilder gefallen im Freundeskreis. Neulich wollte sie einer Freundin zum Geburtstag ein Gemälde schenken. Das Werk wollte sie mal eben morgens vor der Arbeit auf einen Rahmen ziehen. Dazu besprühte sie die Rückseite mit ordentlich viel Sprühkleber. Als alles üppig eingeseift war, beugte sich M. ein klein wenig zu tief über die klebrige Fläche und – pappte gleich großflächig mit ihrer wallenden Mähne am eigenen Bild fest! Die Leinwand konnte sie sich wieder abreißen, aber ihre Haarpracht war zu einem Brett zusammengekleistert. Trotz verzweifelter Bemühungen ließ es sich nicht mehr auseinander waschen. Am Ende blieb der lieben M. nur die Schere – Selbstverstümmelung auf Schulterlänge. Zur Arbeit kam sie zu spät und musste sich für ihre Stoppelfrisur auch noch verspotten lassen.

„Mal eben“ wird es hingegen nichts mit dem Frisörtermin. Aber das sind nicht die einzigen Kosten. Weil auch ihr Kunstwerk unter dem haarigen Missgeschick gelitten hat, braucht M. nun zudem auch noch „mal eben“ ein anderes Geburtstagsgeschenk.

Also, immer mit der Ruhe! Und mal eben einen schönen Sonntag!