Meister-Dreher

Das Jahr ist noch jung und doch haben wir schon mächtig Rückenwind. Merken Sie’s? Kopf hoch, Brust raus! Wir sind doch wer!

Was? – Naja, Papst zum Beispiel, immer noch. Die Begeisterung ist zwar etwas abgekühlt – aber immerhin. Bald könnten wir den Titel „Euro-Retter“ tragen. Ob uns das Beifall bringt oder Freunde schafft, ist noch fraglich. Aber Ehre.

Wir deutschen Michels – und Michaelas – haben also wenig Anlass, die Zipfelmütze traurig hängen zu lassen.

Ich sage nur: Export-Weltmeister! Und kürzlich ist eine weitere wichtige Weltmeisterschaft hinzugekommen. Der Darmstädter Student der Computerwissenschaften Stefan Pochmann hat für uns einen Titel ergattert, der jahrelang fest in australischer Hand lag. Stefan ist die absolute Nummer Eins, Spitzenklasse, Meister des Universums im … Speed-Cubing.

Sie wissen nicht, was das ist? Ein „Rubik Cube“ ist der fantastische magische Würfel der 80er Jahre. Der Zauberklotz mit 3×3 quadratischen, bunten Kunststoff-Feldern auf jeder Seite. Einmal verdreht, herrschte bei mir für immer das Farb-Chaos. Nie und nimmer hätte ich das wieder in Ordnung bringen können – und ehrlich gesagt konnte ich auch nie begreifen, wie andere das schaffen.

Links, rechts, rauf, runter, einmal hin und fünfmal her – irgendwie geht’s. Und unser Oberdreher Pochmann aus Good Old Germany hat’s dermaßen von saugut drauf, besser als jeder andere auf der Welt. Bei „Wetten dass“ hat er es letzten Monat einem Millionenpublikum sogar innerhalb nur weniger Minuten hingeschraubt und hergedreht: Mit verbundenen Augen. Und unter Wasser. Ohne Schnorchel! Dafür mit Atemnot.

Wir sind also Würfel-Dreh-Weltmeister. Das ist wie Jodel-Diplom. Einfach wundertoll.

Schönen unverdrehten Sonntag!