Ohne Ernst und Anstand

Das edle Golfspiel ist eine tief-ernste Angelegenheit. Es erfordert höchste Konzentration, atemlose Stille, formvollendeten Anstand und felsenfeste Regelkenntnis. Hier gibt es nichts zu Spaßen.

Normalerweise. Aber es geht auch anders. Von Witz und Unsinn in der Golfwelt weiß die VcG, die Vereinigung clubfreier Golfspieler im Deutschen Golf Verband. Sie nennt die zehn lustigsten Golfturniere der Welt.

Wie wäre es etwa mit Eis-Golf? Die eindeutig coolste Variante des edlen Spiels wird bei Minustemperaturen auf einem schneebedeckten Platz in Südtirol durchgezogen. „Golf on Snow“ heißt die eiskalte Sache.

Wer es wärmer mag, findet sein Glück beim nackten Wahnsinn in Neuseeland. Beim „Nude Golf International“ in Marlborough sind Schuhe und eine Kopfbedeckung erlaubt. Sonst nichts.

Wer sich nicht selbst ausziehen will, sollte sich zum „Ujena Jam Golf“ nach Mexiko begeben Da gibt es vorher ein Bikini-Model-Casting. Jeder Golftrupp wird anschließend von einem knappst bekleideten Supergirl begleitet.

Mit dem eigenen Hund darf gegolft werden beim „HuGo-Cup“ mit dem Sonderwettbewerb „Nearest to the Napf“. Das ist ein bundesweites Benefiz-Golfen. Ob statt Bällen runde Hundeknochen eingelocht werden, bleibt unklar…

Beim „Sylt Cross Golf“ geht es querfeldein über die ganze Insel, durch die Dünen, am Leuchtturm vorbei und sogar über die Planken der Fischkutter.

Wer mehr Party sucht, findet sie am 16. Loch der „Phoenix Open“ in Scottsdale (USA). Da pfeifen über 25.000 Fans lautstark und ausgelassen auf alle Golf-Etikette. Stimmung wie im Fußballstadion.

Historisch geht es in Schottland zu beim „World Hickory Championship“: Da tragen die Herren original Knickerbocker, Kniestrümpfe und Schiebermütze. Die Damen spielen in langen Röcken und mit viktorianischen Hüten. Bei der exklusiven „Ponte Vecchio Golf Challenge“ in Florenz, schlägt man nicht etwa wie sonst vom Rasen ab, sondern von der berühmten steinernen Brücke. Weiter rollt der Ball dann auf schwimmenden Grüns entlang des Flusses Arno quer durch die Altstadt. Das hat Stil.

Wer dagegen mal richtig die Sau rauslassen will, ist beim Wattgolfen an der Nordseeküste willkommen. In Friedrichskoog, Dangast oder auf Föhr spielt man im Schlick. Gewonnen hat, wer am schnellsten durch den Mocker kommt, ohne den Ball im Matsch zu verlieren.

Einer geht noch: „Fatty Open“ in den USA. Erst ab 113 Kilo Eigengewicht darf man mitspielen. Und: Wer die höchsten Blutzuckerwerte mitbringt zu diesem All-you-can-eat-Turnier, kriegt eine Extra-Portion Sahnetorte.

Schönen Sonntag. Vielleicht mal beim Mini-Golf?