Paragrafenstadel Deutschland

Wer am Steuer eines Kraftfahrzeugs sitzt und fährt, soll mit beiden Händen das Lenkrad festhalten. Telefonieren mit Handy in der Hand ist VERBOTEN. Wer es trotzdem tut und erwischt wird, muss blechen. 40 Euro kostet die Missetat.

Wenn der Quassel-Riegel also auf dem Beifahrersitz oder irgendwo körpernah in der Kleidung piept, bimmelt, schrillt, summt, brummt, kräht, vibriert oder dudelt, heißt es ruhig bleiben, ranfahren, Motor ausstellen und dann erst handyfonieren.

Wichtig ist: Motor ausstellen! Solange der nämlich noch läuft, nimmt der Fahrer irgendwie – rein juristisch – immer noch am laufenden Verkehr teil. Halten bei laufendem Motor heißt also immer noch: Strafe zahlen.

Wie ist das jetzt beim Fahrradfahren? Während der Fahrt – klar – wird nicht handyfoniert. Auch für die Radler heißt es ruhig bleiben, ranfahren und — tja — Motor ausschalten? Wann nimmt ein am Straßenrand stehender Radfahrer juristisch gesehen nicht mehr am laufenden Verkehr teil? Ab wann kann er straffrei handyfonieren? Darf er noch im Sattel sitzen? Müssen beide Füße den Boden berühren oder reicht eine Zehe? Entgeht der Radler dem Arm des Gesetzes erst, wenn er dem Fahrrad die Kette angelegt hat oder reicht es, den Radständer auszuklappen?

Und wie ist es erst bei einer Pferdekutsche? Bernhard war neulich gemütlich zockelnd mit 2 PS im vorderen Sauerland unterwegs, als sein Handy bimmelte. Gleichzeitig tauchte auf der entlegenen Straße in der Ferne ein Polizei-Auto auf. Bernhard schaffte es gerade noch, mit einer Hand das Handy zu halten, mit der zweiten Hand die Zügel zu straffen um anzuhalten und mit der dritten freundlich den Beamten zu winken. Sie winkten freundlich zurück.

Heilige Justitia! Ja, was denn nun? Muss ein Kutscher zum korrekten Handyfonieren vom Kutschbock absteigen? Reicht es, die Pferde zu fesseln, oder besser auszuspannen oder muss gar gleich ein Schlachter her?

Schönen Sonntag, wo man weiß, wo man dran ist.