Schimpfwörter-Vorrat

Von Claudia Eckhoff

Zwischen dem Duden und dem Fremdwörter-Lexikon steckt im Redaktions-Bücherschrank noch ein weiteres, ziemlich explosives Nachschlagewerk: Das Schimpfwörter-Lexikon.

Was sagen Sie Ihren Mitmenschen, wenn Sie mal ordentlich Dampf ablassen müssen, damit Ihnen nicht der Hut hoch geht oder der Kragenknopf abspringt? Geht Ihr Schimpfwörter-Vorrat über „Idiot“, „Hanswurst“, „Blödmann“ oder „Döskopp“ kaum hinaus? Dann bekommen Sie hier und jetzt ein reichhaltiges Angebot:

Wir starten bei „A“: Aasgeier – Naja, das kannten Sie schon. Aber es kommt besser: Abgegriffenes Klavier, abgetakelter Schraubendampfer, Abkocher, Absteigmieze, Affenschwein, Aktenkacker, Alte Raspel, Amüsiermatratze (uih, das ist nur wohlüberlegt zu platzieren… ).

„Animierbombe“ geht vielleicht ohne Rechtsanwalt ab. Wie wär‘s mal mit Asphaltspucker, Astlochgucker oder mit einem aufgeblasenen Frosch? Schön ist auch statt der einfachen Sau zur Abwechselung mal die „ausgemistete Sau“ – das klingt irgendwie so heimatlos. Wer eine Auspuffmieze kennt, wird auch wissen, für wen und wann er dieses ausgefallene Wort bei Gelegenheit mal verwenden könnte.

Auch Kapitel „B“ hat mehr zu bieten als nur das biedere Backpfeifengesicht. Da gesellt sich zum Bählamm, dem Balg, dem Bankrotteur und dem Barbar noch ganz anderes übles Volk: Bartputzer, Bettratte, Betbruder, Benzinhäschen, der Biertischstratege und der Bildungsschuster. Hinzu kommen noch Blechkopp, Blitzmerker, Blutegel (iiih!), Brausekopp und Brüllaffe.

Bumsbirne, Bürohengst und Büttel gehören auch dazu. Ziemlich grauslich: der Brunnenvergifter.

Mit „C“ gibt es außer Chaot und Charakterschwein bestimmt nichts, meinen Sie? Da unterschätzen Sie unsere Muttersprache! Chamäleon ist im Angebot, aber auch die Cocktailpute. Am großartigsten von „A“ bis „C“ aber ist der phantastische Chausseegrabentapezierer! Das ist geradezu aus den dunkelsten und tiefsten Abgründen der Sprache geschöpft und soll für heute das letzte Wort sein.

Schönen Sonntag! Und immer schön freundlich bleiben – falls Sie nicht mit einem guten Paragraphenreiter verschwägert sind…