Schlechte Zeiten

Richter zum Zeugen: „Haben Sie gesehen, wie der Täter Ihre Schwiegermutter überfiel und ermordete?“ – „Ja, das habe ich.“ – „Und warum haben Sie nicht geholfen?“ – „Das wollte ich erst, aber dann habe ich gesehen, dass er auch alleine zurecht kommt!“

Die Zeiten sind schlecht. Kriminelle machen nicht einmal mehr vor kupfernen Leuchten auf dem Grab oder in der Leichenhalle halt. Und das gesamte Regenrohr des Gotteshauses geht auch gleich mit. Falsche Polizisten halten Autos an und zocken die Fahrer ab. Angebliche Kriminalbeamte krücken einer Seniorin vor, sie hätten Diebe mit wertvollen Schmuckstücken aus der Schatulle der Dame ertappt und – räumen ihr dann beim Kontrollblick in ihren Haustresor gleich restlos alles leer. Sogar Sanitätern und Notärzten werden hinten ihre Wagen leergemacht, während sie sich vorne konzentriert um Unfallopfer kümmern.

Ein einfacher Gang im Morgenmantel zum eigenen Mülleimer vorm Haus kann ahnungslose Bürger heutzutage zum Opfer eines Raubüberfalls machen.

Wurst – Widerwurst! Auch für Ganoven sind die Zeiten hart. Da haben neulich zwei Bürschchen in Bayreuth versucht, eine 87-jährige Dame in ihrer Wohnung auszurauben. Mit vorgehaltenem Revolver drohten sie: „Wir brauchen Geld“. Worauf die Dame beherzt antwortete: „Ich auch!“ Dann schlug sie den beiden die Waffe aus der Hand und die konnten nur noch laufen…

In Bad Oeynhausen wurde kürzlich eine Bäckerei kurz vor Ladenschluss überfallen. Die Fachverkäuferin hinter der Theke blaffte die maskierte und bewaffnete Diebin an: „Die Kasse ist schon zu. Geh arbeiten!“ Als die Räuberin wortlos hinter die Theke drängte und dabei Paniermehlbecher und Kekstüten auf den gerade schon frisch gewischten Boden stieß, wurde die Überfallene erst richtig fuchtig. Wütend warf sie der Räuberin eine Kekstüte an den Kopf und schmiss noch ein Steinofenbrot hinterher. Alles was recht ist, aber beim frisch gewischten Boden hört der Spaß bei jeder anständigen Hausfrau auf.

In Meinerzhagen hatte sich ein junger Mann nächtens an der Landstraße mit schweren Rucksäcken abgeschleppt, bis ein mitleidiger Autofahrer anhielt, ihn mitnahm – und direkt bei der Wache absetzte. Der Barmherzige war ein Polizeibeamter in Zivil gewesen, der seine „Kundschaft“ gut kannte und den Rucksäcken mit sechstem Sinn angesehen hatte, dass sie mit Diebesgut und Rauschgift gefüllt waren.

Für den Spitzbuben war das zwar gut gefahren, aber dumm gelaufen.

Einen ruhigen, sicheren Sonntag!