Sonntalk: Dreist-Parker

Klarissa ist stinkesauer. Für ihren Job muss sie mobil sein, fährt deshalb mit dem Auto vom Wohnort zum Arbeitsplatz. Da der Parkraum dort knapp ist, hat sie sich einen Parkplatz privat gemietet.

Er kostet 50 Euro im Monat – 600 im Jahr, das ist nicht wenig Geld. Aber für einen sicheren Stellplatz unweit der Arbeitsstelle, ist sie bereit, diesen Betrag pünktlich allmonatlich zu überweisen. Neuerdings kann sie aber immer seltener „ihren“ Parkplatz in Anspruch nehmen. Mal steht darauf ein Gast aus dem Ausland, mal ein Einheimischer, der „fix was einkaufen geht“.

Muss man dafür Verständnis haben? Klarissa jedenfalls hat es nicht. Sie sucht nach einer Lösung, den Falschparkern beizukommen. Doch die ist gar nicht so einfach zu finden. Die Polizei und das Ordnungsamt kann sie nicht rufen. Stichwort: privater Parkplatz. Da sind die Ordnungshüter nicht zuständig.

Also selbst einen Abschleppdienst rufen? Das könnte teuer werden, denn Klarissa müsste erst einmal selbst die Rechnung begleichen, ehe sie von dem „Falschparker“ das Geld zurückfordern kann. Das geht meist nicht ohne gerichtliche Auseinandersetzung ab. Zeit und Geld müssten investiert werden; Stress ist obendrein vorprogrammiert.

Die junge Frau fühlt sich von den Behörden allein gelassen. Sie ist auch wütend. Warum stellt man sich auf einen fremden Parkplatz? Die Schranke an der Einfahrt soll doch eigentlich signalisieren: „Halt, Stopp! Hier geht’s nicht weiter“. Aber wenn ein Mitparker vergisst, die Schranke zu schließen, sind die Falschparker schnell zur Stelle, diese Unaufmerksamkeit auszunutzen. Und wenn sie geschlossen ist? Auch kein Problem. In SUV-Zeiten ist ein kleiner, mit Rasen bewachsener Anstieg, kein Hindernis, sondern eine Rampe ins Parkglück. Dreist!

Klarissa empört: „Ich gehe ja auch nicht in fremde Mietwohnungen und sage: ‚Hallo. Ich wohne jetzt mal übergangsweise hier, ohne Miete zu bezahlen‘.“

Jetzt hofft sie darauf, dass sich die Falschparker in Zukunft von Hinweisschildern abhalten lassen, die sie jetzt anschaffen will. Wir sind gespannt…

Schönen Sonntag!