SonnTalk: Ein Meisterwerk

SonnTalk – Von Claudia Eckhoff

Eva, die seit längerem das Monteurs-Pech gepachtet hat (wir berichteten), legt noch mal nach. Der Januar-Sturm „Frederike“ hatte ihren Gartenzaun umgelegt. Eva klärte alles mit der Versicherung (Sturmschaden!), suchte sich einen schönen neuen Zaun aus mit Holzpfosten und dazwischen aufgehängten blickdichten Holz-Elementen und beauftragte den örtlichen Fachbetrieb auch gleich mit der Montage.
Dann wartete sie und wartete und wartete. Der Zaunhändler redete sich den Mund fusselig, um die immer ungeduldigere Kundin nochmals und nochmals zu vertrösten. Irgendwann konnte er ihr Gejammer nicht mehr ertragen und schickte ihr zwei echte Spezialisten.
Wir machen die sehr lange, sehr lustige Geschichte ganz kurz, indem wir uns beschränken auf das Endergebnis der Zaun-Erneuerung. Nichts ist gerade: Einige der Holzelemente neigen sich nach vorn, andere weisen nach oben oder unten, je nachdem, wie man es betrachtet. Der Abstand zwischen den blickdichten Holzelementen und den sie haltenden Holzpfosten variiert und zwar ganz beträchtlich. An einigen Stellen ergibt sich da nicht nur der berühmte „Zwischenraum hindurchzuschauen“, sondern gleich genug Zwischenraum, um den ganzen Kopf durchzustecken. Auch die Pfosten haben gelitten: Einige stehen raus wie ein überlanger Lulatsch.
„Das geht ja gar nicht“, protestierte Eva.
Da nahmen die zwei Experten ein Hackebeilchen und massakrierten die Pfosten tüchtig, um sie zu kürzen. Das geht ja gar nicht, fand Eva erneut. Damit ist auch die Imprägnierung dahin, kritisierte sie – und bekam zur Besänftigung gratis Metallkappen, die allerdings reichlich schief auf die geschundenen Pfosten aufgeklemmt wurden.
Erwähnenswert bleiben zuletzt noch Evas drei große Pflanztöpfe aus Beton, die am alten Zaun standen. Einer ist den Zaunbauern leider kaputt gegangen, aber die großen Trümmer haben die „Experten“ ihr wenigstens liegen lassen. Der zweite steht jetzt bedauerlicherweise hinter ihrem neuen Zaun – oh, verflixt! – und der dritte steckt halb im Erdreich unter einem der Zaunelemente eingeklemmt. Er ist somit für die Ewigkeit fixiert, unklaubar und immerhin noch halb bepflanzbar.
Was will man mehr?
Schönen Sonntag.