SonnTalk: Mitten ins Herz

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SonnTalk – Von Claudia Eckhoff

Die schönsten Wörter der Welt sind Kosenamen. Sie wärmen einem einfach das Herz und lassen die ganze Welt kurz aufleuchten.

Liebende nennen sich gern „Schatz“ oder „Schatzi“. Franzosen, Italiener, Polen, Spanier und Türken sind sich da ganz einig. Nur die Engländer haben so gar nix mit „Schätzeken“ an der Mütze, während die tieffühlenden Russen statt bloß „Schatz“ sogar „Zoloto“ sagen, was „Gold“ bedeutet.

„Engel“ heißen die Liebsten bei fünf von den acht Völkern in diesem Liebesvergleich. Auf „Herz“ verständigen sich wieder fünf von acht. In Kose-Fragen äußerst beliebt ist auch Süßkram: „Süße/r“ in Deutschland, „Honey“ (also „Honig“) in England, „Süßigkeit“ in der Türkei, „Karamelka“ („Bonbonchen“) in Russland und so weiter. Mit „Liebe“ benennen den ihnen am nächsten stehenden Menschen die Engländer („Love“), die Italiener („amore“) und die Spanier („mi amor“).

Tierisch: In zwei Ländern dient der „Bär“ Kosezwecken, in dreien der „Hase“ und auch die „Maus“, der „Spatz“ bei uns und in Italien und das „Reh“ nur noch bei uns. „Welpe“ verwenden die Italiener, „kleiner Fisch“ und „Kätzchen“ die Polen und Russen, den „Floh“ und die „Hirsch­kuh“ die Franzosen, das „Reh­auge“ die Türken. Mitten ins Herz trifft auch das russische „Lapotschka“ für „Pfötchen“.

„Mein Himmel“ sagen die Spanier, „Windbeutel“ oder „kleine Perle“ die Polen, „mein Leben“ die Italiener und Spanier, „mein Augenlicht“ oder sogar „mein Stück vom Mond“ die Türken.

Bizarres zum Schluss: Das englische Kosewort „Pumpkin“ bedeutet nichts anderes als Kürbis. Das französische „mon chou“ einfach Kohl und das „mon chouchou“ doch tatsächlich „mein Haargummi“. Viel Poesie liegt im türkischen „nar tanem“, was „mein Granatapfelkern“ heißt.

Das alles lässt sich steigern: Kombinationen wie der „Hase-Bär“ schaffen ganz neue, hochinteressante Lebensformen, die offenbar nur aus Liebe geboren werden.

Schönen Sonntag und baldigen Valentinstag.

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