SonnTalk: Talentsuche

– Von Claudia Eckhoff

Wer ist Alex Atala? – Den Brasilianer findet man auf der „Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt“. In der Rubrik „Künstler“ steht er gleich neben Stars wie Steven Spielberg und Sängerin Christina Aguilera. Was kann denn dieser Atala? Malen, schauspielern, komponieren, geigen, tanzen?

Nee. Milad Alexandre Mack Atala wurde 1968 in Sao Paulo geboren. Als Jugendlicher wurde er als DJ landesweit bekannt. Nach der Schule zog es ihn aber nach Europa. Er jobbte mal hier, mal dort in Italien, Frankreich und Belgien. Als ihm das Geld ausging, musste er als Maler und Anstreicher sein Brot verdienen. Dann kam es ganz knüppel­dicke: Ohne Aufenthaltsgenehmigung wollte man ihn nicht mehr dulden. – Alles aus?

Nur um bleiben zu können, begann Atala eine Ausbildung an der Kochschule in Namur. War’s Zufall? – Jedenfalls entdeckte er schnell am Herd sein riesengroßes Talent, seine Leidenschaft, seine wahre Besessenheit.

Später zurück in Brasilien startete er eine Bilderbuchkarriere. Die nationale Restaurantvereinigung feierte ihn als „Entdeckung des Jahres“. Sein Restaurant „D.O.M.“ steht nun seit Jahren auf den vordersten Plätzen der Liste der „50 besten Restaurants der Welt“.

Er kreiert wahre Kunstwerke auch mit Früchten, Wassergetier, Wurzeln oder Insekten aus dem Regenwald. Die kulinarischen Schätze seiner Heimat faszinieren ihn. Er will sie bewahren, neu beleben. Er hat ein eigenes Institut gegründet, um damit lokale Kleinunternehmen und Bauern zu fördern.

Also: Wer gerade an Jugendlichen verzweifelt, die sich schwer tun mit Ausbildung und Berufsleben, möge an diesen Alex Atala denken, den „Kochgott vom Amazonas“.

Wie sagt Wilhelm Busch? „Ich bin ein Pessimist für die Gegenwart, aber ein Optimist für die Zukunft.“

Schönen Sonntag.