SonnTalk: Wach-Strauße

SonnTalk – Von Claudia Eckhoff

Es wird dunkler im Lande und das ruft die Spitzbuben auf den Plan. „Riegel vor“ heißt es dann für die Bürger. Und wie schützt man sich hierzulande gegen ungebetene, habgierige Gäste? Nun, empfohlen werden Gitter, Spezialschlösser, Extra-Beleuchtung, Bewegungsmelder, Alarmanlagen und solcherlei Nützliches mehr.

Wachhunde oder wenigstens kleine Kläffer stehen ebenfalls hoch im Kurs. Zur Pflege der nachbarschaftlichen Verhältnisse rät die Polizei auch, weil es eben Vorteile hat, wenn Herr oder Frau Nebenan mal ein Auge über den Zaun werfen und bereit sind, im Zweifelsfall gleich Alarm zu schlagen.

Andere Länder, andere Sitten. In Südafrika ist die Kriminalitätsrate extrem hoch. Wo die Not groß ist, werden die Finger lang. Leute, die was haben, schützen sich mit hohen Zäunen, mit Gittern und Kameras. Die wohlhabenden Bürger engagieren Wachleute oder schließen sich zu Nachtwachen zusammen, um im Auto durch ihr Viertel zu patrouillieren.

Wachhunde werden hier leider von entschlossenen Einbrechern im Nu vergiftet und nutzen daher nicht wirklich viel. Das Land hat aber ganz andere Wachtiere zu bieten als nur Hunde. Südafrikaner halten sich gern Strauße. Der Riesenvogel hat es nämlich gar nicht gern, wenn jemand sein Revier beschleicht. Sein Schnabel kann ordentlich zuhacken und seinen schnellen Rennbeinen entkommt so schnell kein Eindringling.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will in diesem unruhigen Land, der setzt auf Schlangen. Die werden im Garten in Gehegen gehalten und bei Bedarf eingesetzt. Leute soll es geben, die nachts in ihren Schlafzimmern im ersten Stock nur dann ruhig schlummern können, wenn sich unter ihnen im Erdgeschoss die Haus- und Hofschlangen zwischen Kochblock, Fernseher und Sofa-­Landschaft schlängeln.

Schönen Sonntag in unserem Sicher-Deutschland.