SonnTalk: Wie in Bullerbü

SonnTalk – Von Claudia Eckhoff

New York City konnte am Montag feiern: Zum ersten Mal seit 1993 hatte es am zurückliegenden Wochenende mal keine größere Schießerei oder nennenswerte Morde in der Stadt gegeben.

Und wie sieht es hierzulande aus? „Messerattacke in der Regionalbahn. Geisterfahrer auf der Autobahn. Schüsse am Hauptbahnhof. Brandstiftung in leerstehender Fabrikanlage. Drogendealer im Spielplatzumfeld. Schlägerei beim Schützenfest. Ausschreitungen bei Demonstrationen. Familiendrama mit mehreren Schwerverletzten. Gewalt gegen die Einsatzkräfte. Gaffer und Handy-Filmer am Unfall­ort. – All das und noch viel mehr Übles hält die Polizeikräfte vielerorts täglich in Atem. Die Schlechtigkeit der Menschheit konzentriert sich in den Ballungszentren.“

Auf dem Land geht es friedlicher zu. Nicht immer, aber meistens wie unlängst in Plettenberg. Im offiziellen Bericht liest sich der Einsatz so: „Die Plettenberger Polizei hatte am vergangenen Freitag Bock. Kurz nach 10 Uhr meldeten Autofahrer ein ungewöhnliches Verkehrshindernis: Bei Friedlin in Herscheid sprang ein entlaufener Schafsbock über die Landstraße 561. Als die Streife aus Plettenberg eintraf, hielten einige Autofahrer das Tier davon ab, weiter über die Landstraße zu flitzen. Ein Zusammenstoß könnte schlimme Folgen haben. Der Bock rannte dann in Richtung des Tennisplatzes und die Polizeibeamten hinterher. Zusammen mit einigen freiwilligen Helfern bekamen die Polizeibeamten das Tier unter Kontrolle: Sie kesselten es mit Sitzbänken ein und drängten es ab auf einen umzäunten Sandplatz. Satz und Sieg für Blau-Weiß. Dort auf dem Tennisplatz wartete der Widder auf seinen Besitzer. Anwohner aus Herscheid machten ihn ausfindig. Mit etwas Futter und einer Leine konnte er seinen Schafsbock einfangen.“

Ende gut, alles gut. Da geht einem doch das Herz auf.

Schönen Sonntag – in Bullerbü, Lönneberga oder eben Herscheid.