Und jetzt Eiskunstboxen?

Die modernen Olympischen Spiele gibt es seit 1896. Die Sport-Fans haben schon so manche Disziplin kommen und gehen sehen. Etwa Pelota. Das ist eine Art baskisches Squash, gespielt mit Holzschlägern. Pelota war vor gut hundert Jahren im Angebot – genau wie Roque. Diese Disziplin kam aus Amerika und war wie Krocket. Deshalb waren auch nur Amerikaner am Start und sie teilten die Medaillen unter sich auf. Sogar Tauziehen genoss einstmals olympische Weihen.

Von Anbeginn gehörte Diskusweitwurf zu den Olympischen Spielen. Das kannten schon die alten Griechen vor 2.500 Jahren. Oder Ringen. In der Olympia-Hymne heißt denn auch in Strophe 2: „Beim Laufen, Weitwurf und beim Ringen…“

Doch das Internationale Olympische Komitee pfeift jetzt auf seine eigene Hymne und auf die eigenen Wurzeln. 2020 soll ausgerechnet das Ringen über die Klinge springen! Es nutzt nichts, dass diese Sportart in vielen Ländern sehr beliebt ist. Das IOC hat Ringen als altmodisch eingestuft und als wirtschaftlich wenig ergiebig. Schluss. Punkt. Sense. Aus!

Na, einem echten Sport-Fan kommt diese Idee so ähnlich schlau vor wie der Vorschlag, künftig Weihnachten ohne Tanne und Ostern ohne Ei zu feiern. Das ist wie Demokratie ohne Wahlen und Fußball ohne Tore. Ein gnadenloser Schwachsinn.

Als Ersatz möchte das IOC einige – angeblich spannendere – Sportarten künftig ins Programm hieven. Etwa Wakeboarden. Oder Wushu – was immer das sein mag.

Warum dann nicht gleich auch Rhönrad-Jodeln oder Tontaubenschanzenspringen? Eiskunstboxen und Querfeldeinrudern? Oder Handy-Weitwurf?

Ich ringe mit meiner Fassung, ehrlich!

Trotzdem: einen schönen Sonntag!