Watt wech iss iss wech

Das neue Jahr fängt an, wie das alte aufgehört hat: Mit Suchen. Irgendwas sucht man ja immer. Sie etwa nicht?

Derzeit werden bei uns zuhause gleich mehrere Dinge vermisst. Auf der Wohnzimmerkommode fehlt die etwa einen drittel Meter hohe Figur – eine bunte Dickmadam, die ganzjährig dort steht. Nur Weihnachten muss sie halt Platz machen für Räuchermännchen und Co. Nun hat der schmauchende Förster ausgedient – und die dicke Dame ist verschollen. Wo kann sie sein? Das Ding ist doch keine Kleinigkeit. Gibt‘s doch nicht!

Na, kommt wieder. Findet sich alles. Früher oder später. Ganz sicher.

Damit trösten wir auch unsere Elf-Jährige, die seit dem letzten vorweihnachtlichen Großputz in ihrem Zimmer Siggi vermisst. Siggi ist deutlich kleiner als die Dickmadam, er misst nur etwa zehn Zentimeter. Er ist grau – was die Suche erschwert – und gehört zur Gattung der heißgeliebten Stoff-Ratten. Er ist nicht irgendeine Bett-Ratte. Siggi hat Persönlichkeit und eine lange Lebensgeschichte. Er kommt oft mit in den Urlaub. Beim vorletzten Schulkarneval war er mit dabei – als Ritter verkleidet. Welche Ratte kann das von sich sagen? Und nun ist er weg und seine Besitzerin trauert.

Watt wech iss, iss wech. Manchmal stimmt das, leider. Meine tollen Pulswärmer, die so super zum Wintermantel passten, sind leider verschollen geblieben. Unerklärlicherweise. Die sind nicht auf offener Straße verloren gegangen. Nein: Die sind mit ins Haus gekommen, das ist bezeugt! Die haben nachweislich die Diele erreicht, vielleicht sogar den Garderobenschrank. Aber dann verlor sich ihre Spur. Weg, verschollen, in Luft aufgelöst.

Der suchende Mensch – auch anderswo ist das Problem wohlbekannt. In Irland gibt es einen wunderschönen Spruch dazu:

Möge Gott dir immer geben,
was du brauchst:
Arbeit für deine fleißigen Hände,
Nahrung für deinen hungrigen Leib,
Antworten für deinen fragenden Geist,
Freude und Liebe für dein warmes Herz
und Frieden für deine suchende Seele.

Gut, davon tauchen die verschwundenen Sachen auch nicht wieder auf. Aber es wird einem wenigstens warm um‘s Herz

Schönen Sonntag!