Zungenbrecher

Die unvergessliche Mary Poppins, das zauberhafteste Film-Kindermädchen aller Zeiten, konnte die tollsten Tricks, verdrehte allen den Kopf und hinterließ der Nachwelt ein herrliches Wort: Superkalifragilistikexpialigetisch. Das klingt super, spricht sich zungenakrobatisch, bedeutet rein gar nichts und passt einfach immer. Wer sich das merken kann und auch noch die Aussprache flüssig hinkriegt, der ist fein raus.

Aber was die charmante englische Mary kann, können wir Germanen schon lange.

Mag mancher Südeuropäer sich hinter vorgehaltener Hand lustig machen über unsere „Krächz- und Würgesprache“. Das hier müsst Ihr erst mal mit Euren Schnulz- und Säusel-Sprachen nachmachen:

Ein Wort mit 16 Buchstaben. Davon dürfen aber nur vier Vokale sein, der gesamte Rest sind Konsonanten. Unter diesen Konsonanten sind ein C, zwei S, ein Z und vier T.

Alphabetisch geordnet sieht die Sache so aus: CDEHINOORSSTTTTZ.

Na?

Die Deutschen haben dieses harte Material zwischen ihre germanischen Zähne genommen, haben es wie die Hunnen mit der Zunge bearbeitet, den nordischen Grips angestrengt – und es ist etwas Bedeutungsvolles, Aussprechbares dabei herausgekommen.

Tusch! Finale! Applaus!

Unser Meisterwerk heißt:

Nichtsdestotrotz.

Ein wichtiges Wort, aber ein Zungenbrecher, nichtsdestotrotz. Einzigartig. Und geradezu unaussprechlich für fremde Zungen. Wir können stolz auf uns sein.

Schönen Sonntag noch mit diesem sprachlichen Joker auf Weltklasse-Niveau.

 

Was denn? Sie wollen mehr? Jetzt sind Sie auf den Geschmack gekommen?

Bitte schön: 20 Buchstaben, nur fünf Vokale, insgesamt vier S, sogar ein ß und vier T, hier alphabetisch:

AEFFGKNNOOSSSSßTTTTU.

(= Kunststoffstoßstange). Braucht man nicht unbedingt. Ist aber sehr nützlich, nichtsdestotrotz.