Aschermittwoch

Na, die jecken Tage gut überstanden? Nett mit Freunden gefeiert? Als Clown, Fee, Käfer, Seemann oder Pirat verkleidet durch die Straßen geschunkelt? Vielleicht morgens mit einem klitzekleinen Kater aufgewacht?

Sei‘s drum, ab heute ist alles vorbei. Aschermittwoch. Sie wissen schon – ab jetzt 40 Tage Fasten. Christen sollen sich an jene Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Nein, nicht Fast-Food, da haben Sie etwas missverstanden. Einfach mal bewusster leben und essen.

Doch wer macht das noch? Wer fastet? Wer verzichtet? Der Mensch von heute will vor allem eines – mehr! Mehr Genuss, mehr Spaß, mehr Freizeit, mehr Geld.

Wenn es schon immer mehr sein muss: Wie wäre es mit mehr Menschlichkeit? Mehr Freundlichkeit? Mehr Acht geben auf die Mitmenschen? Nicht mehr wegsehen, wenn es mal Probleme gibt. Freundlich zurückgrüßen, wenn die Kollegin morgens das Büro betritt. Helfen, wenn ein Anderer es nicht alleine schafft. Dem älteren Rentner von nebenan mal die schweren Einkaufstaschen abnehmen und die Treppe hochtragen. Sich als Erwachsener nicht in die erste Reihe des Karnevalsumzugs drängeln und kleinen Kindern ihre „Kamellen“ wegschnappen. Sich nicht immer und überall als Mittelpunkt der Welt sehen. Das hätte doch was!

Zu viel verlangt? Vielleicht. Aber einen Versuch wäre es wert: 40 Tage lang mal nicht eigennützig zu sein. 40 Tage lang jeden Tag einfach mal Menschlichkeit zeigen. Auch in kleinen Schritten, das macht nichts. Aber anfangen muss man. Den inneren Schweinehund in den Hintern treten und an seine Mitmenschen denken. Womöglich macht es ja sogar richtig glücklich und man bleibt dabei?!

Übrigens: Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.