Beamten-Brücken

Irgendein ein bissiger Politiker – es war wohl der große Herbert Wehner – hat dermaleinst gesagt: „Unsere Parlamente sind mal voller, mal leerer, aber immer voller Lehrer.“

Der Fairness halber müsste man anfügen: „…und voll mit anderen Beschäftigten aus dem Öffentlichen Dienst.“ Das gilt natürlich auch für die Pöstchen in den Partei-Organisationen.

Selbst die Piraten-Partei, die gerne betont, alles anders machen zu wollen, hat jetzt ihren Vorzeige-Beamten: Der Vorsitzende Schlömer ist ein hoher Ministerialfuzzy und dient im Verteidigungsministerium.

Unser wackerer Öffentlicher Dienst war am letzten Montag wieder ziemlich verschlossen: In zahlreichen Schulen und Rathäusern hieß es: „Alles dicht!“ Man nutzte den „Tag der Arbeit“, um – den Gewerkschaften sei Dank – am Brückentag frei zu machen und ein langes Wochenende zu genießen. Es soll sogar Lehrer geben, die es geschafft haben, für zehn Tage nach Teneriffa zu fliegen.

In einigen Städten des Ruhrgebiets wurde jetzt beschlossen, grundsätzlich an sämtlichen Brückentagen des Jahres die Amtsstuben zu schließen. Die knalldreiste Begründung: Damit spare die öffentliche Hand hohe Energiekosten ein. Im Mai und Juni, wenn es die meisten Brückentage gibt, spart man Energie ein? Mehr Ferientage für Beamte, ist ja gut. Aber muss man dabei obendrein immer wieder die Bürger für dumm verkaufen?

Wenn es derart leicht wäre, Ausgaben zu kürzen, hätte Tilo einen Vorschlag für alle Pleite-Städte wie Hagen: In verarmten Gemeinden wird ab sofort jeder Dienstag zum „Beamten-Feiertag“ ausgerufen. Dann wird der Montag automatisch zum Brückentag und ebenfalls zum freien Tag. Und – zack – haben wir ein paar Millionen im Sack. Und wenn wir dann auch noch den Freitag streichen (weil dann bekanntlich sowieso immer nur mit halber Kraft und nur bis mittags gearbeitet wird), karamba, dann brechen wahrhaft goldene Sparzeiten an…