Ehe-Glück

„Ich wusste gar nicht, was echtes Glück bedeutet, bis ich verheiratet war. – Da war es leider zu spät.“ Das ist böse und das sehen viele Leute ganz gewisslich anders. Einer davon ist Helmut Diegel, bislang noch Regierungspräsident in Arnsberg und dort gefürchtet als durchgreifender Kontrolleur städtischer Finanzen. Auch seiner Heimatstadt Hagen zeigte er regelmäßig die Keule – etwa als er den Bau des neuen Tierheims ausbremste. Der langjährige Hagener CDU-Kreisvorsitzende wäre gerne, nach der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren, Finanzminister in der Regierung Rüttgers geworden. Doch seine Ehe mit einer Frontfrau bei den Grünen war dieser Karriere abträglich. Und so schob ihn Rüttgers als Regierungspräsident nach Arnsberg ab.

Jetzt werden die Karten neu gemischt. Nordrhein-Westfalen bekommt heute eine rot-grüne Regierung, mit Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin. Die SPD-Chefin wird wohl spätestens im zweiten Wahlgang am Ziel sein. Kurz danach wird sie die Namen der Minister bekanntgeben.

Beste Chancen, grüne Ministerin zu werden, hat Barbara Steffens. Die gelernte biologisch-technische Assistentin sitzt seit dem Jahr 2000 im Düsseldorfer Landtag. Im vergangenen Jahr kandidierte die 48-Jährige in ihrem Heimatort Mülheim für das Amt der Oberbürgermeisterin. Mülheim? Das ist doch die Stadt, aus der auch Hagens neuer OB Jörg Dehm stammt. Das allein ist nicht sonderlich pikant. Spannender ist da schon die Frage, mit wem Barbara Steffens verheiratet ist…

mit Helmut Diegel!

Die Düsseldorfer SPD-Spitze soll versprochen haben, den kompromisslosen Regierungspräsidenten möglichst rasch in die Wüste zu schicken. Seine Vorgängerin, die Hagenerin Renate Drewke, soll seine Nachfolgerin werden. So brodelt’s jedenfalls in der Gerüchteküche.

Aber „uns Helmut“ braucht sich keine Gedanken um seine Zukunft zu machen. Er weiß – wenn heute alles nach Plan verläuft – künftig eine mächtige Ministerin bei der Job-Suche auf seiner Seite, zufälliger- und glückseligerweise sein angetrautes Ehestöpselchen!

Wer da vor Rührung nicht weinen muss, der tut es nimmermehr.

Tilo