Eigene Nase

Eigentlich hätten die Griechen in diesen Tagen gute Gründe zum Jubel. Die nächste Geld-Überweisung der EU-Staaten liegt bereit, obwohl die Hellenen eigentlich die Vorbedingungen nicht erfüllten. Und obendrein stimmten mittlerweile alle Euro-Länder dem neuen Rettungsschirm zu.

Und die Griechen? Sie streiken. Allerdings sind weniger Rentner auf der Straße, als erwartet. Ihre Zahl war deshalb deutlich kleiner, weil es in Wirklichkeit weniger „Oldies“ gibt, als in der Rentenkasse verzeichnet. Bisher war man von einigen hundert Geisterrentnern ausgegangen: Obwohl Opa und Oma gar nicht mehr leben, haben die Erben weiter die Rente kassiert. Jetzt wurde das wahre Ausmaß dieser Betrügerei offenkundig: 150.000 tote Renten-Bezieher, jährlicher Schaden etwa 1,5 Milliarden Euro, alles bezahlt mit Krediten. Unglaublich!

Aber das gilt ja nicht nur für Griechenland. Auch Deutschland hat jahrelang über seine Verhältnisse gelebt. Auch viele deutsche Kommunen. Etwa Hagen. Die Schulden der Stadt sind schon lange höher als ihr Vermögen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die bösen, bösen Banken auch der Volmestadt den Geldhahn zudrehen.

Was dann geschieht? Zunächst mal eine Demo gegen die Macht der fiesen, fiesen Finanzwelt. Wahrscheinlich organisiert von jenen Politikern, die uns den Schlamassel eingebrockt haben. So wie in Berlin, wo Leute wie Sigmar Gabriel (SPD) scheinheilig die Zerschlagung der Großbanken fordern. Da muss man schon mit verdammt gut sitzenden Scheuklappen durch die Welt traben, um so dreist Ursache und Wirkung auf den Kopf zu stellen.

Aber es ist ja auch leichter zu sagen, andere sind schuld, als sich an die eigene Nase zu packen…

Tilo