Krampf-Ende

Auch wenn es Lichtjahre her ist – Tilo war mal Mitglied der Fußballabteilung des Hasper SV. Damals war der Quambusch die Heimat des Vereins. Der Platz war zwar etwas klüngelig, gehörte aber dem Club. Gemütlich und schlicht ging es zu – mit einer selbst gezimmerten Grillbude in der Ecke, wo nach Siegesfeiern der seinerzeit übliche Spießbraten überm Feuer gedreht wurde. Und wenn etwas kaputt war, rückten einige Mitglieder an, um die Dinge zu reparieren.

Doch eines Tages war es vorbei mit dem bescheidenen Glück. Neue Vorstände griffen nach den Sternen. Der HSV sollte zur kickenden Nummer 1 in der Region gemacht und auf Regionalliga-Kurs getrimmt werden (ältere Fußball-Fans erinnern sich: lange Zeit war die Regionalliga die zweithöchste Spielklasse). Dafür war Geld vonnöten. Viel Geld. Der Verein konnte es allein nicht aufbringen. Also holte man die Stadt Hagen ins Boot und drehte ihr den Quambusch-Sportplatz an. Nun hatte die Stadt das Geviert an der Hacke und durfte sich – zusätzlich zur völlig überdimensionierten Bezirkssportanlage – fortan darum kümmern.

Die dollen Aufstiegs-Träume zerplatzten in den 1980er Jahren wie die berühmten Seifenblasen. Die teuer zusammengewürfelten Teams entsprachen nie den Erwartungen. Hinzu kam Missmanagement.

Wenn Tilo richtig gerechnet hat, ist der traditionsreiche Verein fußballerisch mittlerweile nur noch siebtklassig! Es wäre mal interessant auszurechnen, wie viel Geld diese Träume kosteten. Darunter auch viel Steuergeld.

Jetzt will die Stadt den ollen Quambusch-Platz verhökern. Ende des Krampfs. Zwei Dutzend Häuschen sollen auf dem Gelände gebaut werden. Endlich hat die Vernunft sich eine freie Bahn gebrochen…

Tilo