Noch ungemütlicher

Freund Manni kennt im Fernsehen – abgesehen von Nachrichten- und Polit-Magazinen – nur zwei Lieblingssendungen: die Heute-Show im ZDF und den Schuldnerberater Peter Zwegat mittwochs auf RTL. Vor allem der gute, alte Zwegat zieht ihn magisch an.

Fast jeden Donnerstag ruft Manni bei Tilo an – und stets heißt es dann: „Hast Du es gesehen? Es waren wieder Raucher!“

Manni ist nämlich aufgefallen: Zwegat hat es besonders häufig mit Rauchern zu tun. Jetzt fragt sich der Gute, woran das liegen könnte. Vielleicht, weil Zwegat selbst raucht? Oder weil Tabak-Freunde generell schlechter mit Geld umgehen können als normale Menschen?

Manni hat ein Beispiel parat: Neulich sei Zwegat bei einem Ehepaar gewesen, dass seinen großen Schuldenberg monatlich um die 200 weitere „Miese“ anhäufte. Gleichzeitig kam zum Vorschein, dass das Paar 300 Euro im Monat verrauchte. 300 Euro! Das sind 3600 Euro im Jahr und 18.000 Euro in fünf Jahren. Hätten sie rechtzeitig aufgehört zu rauchen, hätten sie Zwegat gar nicht holen müssen.

Tja, es sind harte Zeiten für Raucher. Der Staat will demnächst wieder höhere Tabak-Steuern. Obendrein gelten Quarzer als rücksichtslos und willensschwach. Gleich drei neue Studien machen ihnen das Leben noch schwerer. Die erste Studie poltert: die Glimmstängel-Freunde haben allein in Europa ein paar hundertausend Menschen auf dem Gewissen, die – obwohl Nichtraucher – früher sterben, weil sie zu oft den blauen Dunst schnuppern müssen.

Die zweite Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Neigung zur Kriminalität und Rauchen in der Schwangerschaft. Es ist längst bekannt, dass Kinder von schwangeren, rauchenden Müttern häufig noch weit nach der Geburt zu leiden haben. Aber Raucher-Sprösslinge eher kriminell? – Das hört sich schon etwas überdreht an.

Wichtiger ist Untersuchung Nummer 3. Brandaktuell verkünden die honorigen Experten des TÜV Rheinland: Raucher leisten deutlich weniger am Arbeitsplatz als ihre übrigen Kollegen. Nicht nur, weil sie sich stets und ständig zusätzliche Pausen gönnen, sondern auch wegen ihrer Krankheitsraten. Wer viel quarzt, sagt der TÜV, fällt im Laufe seines Lebens 30- bis 40-mal häufiger durch Krankheit aus.

Im Prinzip haben wir das alles schon längst gewusst. Aber jetzt haben wir‘s schwarz auf weiß.

Raucher, es wird ungemütlich! Schon kursieren die ersten respektlosen Spott-Geschichten: Sagt das Kind im Bade zur Mama: „Wo ist der Waschlappen?“ – „Der ist Zigaretten holen gegangen!“

Tilo