Rauch der Dampflok

Der Bürgerverein Wesselbach ist gefrustet. Mehrere Jahre Arbeit sind für die Katz, klagen die Vorstandsleute. Nicht einmal der Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags habe ihnen helfen wollen. Es geht den Wesselbachern um den Bahnhof in Hohenlimburg und einen barrierefreien Zugang.

In Hohenlimburg halten Züge noch relativ häufig. Die zugehörigen Bahnsteige entstanden im vergangenen Jahr neu. Noch vor der eigentlichen Fertigstellung wurden sie von der örtlichen Politprominenz vorfreudig eingeweiht – jedoch ohne Barrierefreiheit in beide Richtungen.

Kurz darauf – vor gut einem Jahr – tauchten zwei SPD-Landtagsabgeordnete auf Einladung des Wesselbacher Bürgervereins auf: Michael Scheffler und Wolfgang Jörg. Sie versprachen zu helfen. Mittels zweier Weichen sollte der Personenverkehr nur noch über ein einziges Gleis und somit zu einem einzigen Bahnsteig geleitet werden. Dann wäre der barrierefreie Zugang gleichermaßen gen Süden und Norden vorhanden.

Nun liegt der Bahnhof Hohenlimburg an der Ruhr-Sieg-Strecke. Das ist die Hauptstrecke von Hagen nach Siegen. Auf ihr werden nicht nur Fahrgäste befördert, sondern hauptsächlich Güter. Aber die Frachtzüge kommen nicht gut voran. Unter anderem wegen einiger Bahnübergänge, zu kleiner Tunnel oder auch aufgrund starker Steigungsstrecken. Verspätungen sind an der Tagesordnung. Die Bahn will folglich keine weiteren Engpässe. Ein Haltepunkt wie von den Wesselbachern gefordert, wäre nach DB-Ansicht ein solcher Flaschenhals.

All dieses teilte die DB vor fast zwei Jahren jenen Hohenlimburger Bezirksvertretern mit, die sich für eine Weichenlösung eingesetzt hatten. Und was machten vor einem Jahr unsere beiden Landtagsabgeordneten? Sie sprangen intercityschnell auf den Zug des Bürgervereins auf, nannten den schmalspurigen Weichen-Vorschlag eine „geniale Idee“ und versprachen, für die Realisierung zu werben. Tilo verwettete damals seine alte Stationsvorsteher-Trillerpfeife, dass sich diese Versprechungen auflösen würden wie der Rauch einer Dampflok.

Genauso ist es gekommen. Der Petitionssauschuss hat zur Kenntnis nehmen müssen, dass nach Darlegungen der Deutschen Bahn AG die Errichtung eines neuen Bahnsteigs technisch nicht möglich ist“.

Lange Warte- und Hoffnungszeit und noch längere Gesichter im Lennetal …